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Germany v Switzerland - 2018 EHF European Championship Qualifier
Julius Kühn will mit Deutschland den EM-Titel verteidigen © Getty Images

Die deutsche Nationalmannschaft gibt in der EM-Qualifikation keinen einzigen Punkt ab. Auch gegen die Schweiz geben sich die Bad Boys keine Blöße.

Europameister Deutschland hat auf dem Weg zur erhofften Titelverteidigung ein Ausrufezeichen gesetzt: Auch ohne bereits urlaubende Stars wie Kapitän Uwe Gensheimer oder Patrick Wienczek vollendete das Team von Trainer Christian Prokop gegen Gruppenschlusslicht Schweiz mit einem begeisternden 29:22 (12:13)-Sieg seine perfekte Qualifikationsrunde. 

Den Gruppensieg und das Ticket für das Turnier in Kroatien im Januar hatte sich Deutschland bereits zuvor gesichert. Sechs Siege aus sechs Spielen - eine derart dominante Rolle hatte eine DHB-Auswahl zuletzt vor der EM 2010 mit sogar acht schadlosen Partien eingenommen.

Schiller freut sich über gelungenen Einstand

Debütant Marcel Schiller (7) und Jannik Kohlbacher (5) waren die besten Werfer für Deutschand, das für die Turnier-Auslosung am 23. Juni eine optimale Ausgangsposition besitzt. Bundesliga-Star Andy Schmid traf zehnmal für die Gäste.

"Ich bin froh, dass wir die Partie gedreht haben. In der ersten Halbzeit haben wir keine gute Leistung gezeigt", sagte Christian Prokop, "wir machen im Angriff noch zu viele kleine Fehler." "Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis und mit meiner Leistung", sagte Marcel Schiller nach seinem gelungenen Einstand, "ich hoffe, dass ich in der Mannschaft bleiben kann."

Erfolg für zusammengewürfeltes Team

DHB-Vizepräsident Bob Hanning hatte schon vor der Partie ein äußerst positives Saisonfazit gezogen, der Übergang vom langjährigen Erfolgstrainer Dagur Sigurdsson zu Prokop konnte spätestens nach dem vorzeitigen Gruppensieg am vergangenen Mittwoch durch einen 29:26-Sieg in Portugal als gelungen bezeichnet werden.

"Man merkt dem Team eine Stabilität und den Glauben an sich selbst an", sagte Hanning.

Die Siegermentalität und den Tempo-Handball wollte Prokop auch von seinem neu zusammengewürfelten Team vor 8513 Zuschauern in der ÖVB-Arena sehen. Mit Nikolai Link erzielte auch gleich ein interessanter Spieler aus der zweiten Reihe den ersten Treffer der Partie (3.).

Deutschland verteidigte solide und auch Kapitän Silvio Heinevetter, der Gensheimer vertrat, packte gleich zweimal zu. Die Schweiz blieb aber dran und ging in der 20. Minute sogar erstmals in Führung - dank Starspieler Schmid von den Rhein-Neckar Löwen. 

Zwei Debütanten im Test

Prokop schickte nun Keeper Andreas Wolff auf das Parkett und testete unter anderem mit dem Debütanten Marian Michalczik und Tim Suton zwei Junioren-Nationalspieler. Die Rotation im DHB-Team sorgte auch für einige Abstimmungsprobleme, Wolff verhinderte kurz vor der Pause eine höhere Führung der Eidgenossen (30.).

Nach dem Wechsel brachte Schiller in seinem ersten Länderspiel jede Menge Schwung in die Offensive. Der Göppinger sorgte mit viel Abschlussqualität von Linksaußen für eine Führung mit drei Toren (39.). Großen Anteil am immer stärkeren Auftritt hatte auch Keeper Wolff, der viel Sicherheit ausstrahlte und nach seinen Paraden immer wieder die Offensive antrieb. Das 24:17 erzielte er dann hächstpersönlich.

Deutschland, das 2014 die EM noch verpasst hatte und 2015 an der WM nur dank einer Wildcard teilnehmen konnte, ließ sein großes Potenzial auch mit dem "zweiten Anzug" nun immer öfter aufblitzen. 

Deutschland - Schweiz 29:22 (12:13)
Tore: Schiller (7), Kohlbacher (5), Kühn (4), Hornke (3), P. Weber (3), Wiede (2), Häfner (1), Sellin (1), Link (1), Schmidt (1), Wolff (1) für Deutschland - Schmid (10), Maros (5), Meister (2), Lier (2), Sidorowicz (2), Küttel (1) für Schweiz
Zuschauer: 8513

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