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In Kroatien geht es für die deutsche Handball-Nationalmannschaft um die Titelverteidigung und Olympia 2020. SPORT1 beantwortet alle wichtigen Fragen zur EM 2018.

Seit 12. Januar geht es für die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 2018 in Kroatien in die Mission Titelverteidigung. Die Zielsetzung dabei lautet: das Finale am 28. Januar in Zagreb.

In Kroatien hat das DHB-Team eine machbare Gruppe erwischt, denn auch ein Hammer-Los mit den starken Schweden oder Dänen wäre möglich gewesen. Wie schon beim Titelgewinn 2016 starten die "Bad Boys" in Gruppe C in die Endrunde.

Der erste Anwurf bei dieser EM erfolgt für Deutschland am zweiten Turniertag (Samstag, 13. Januar) um 17.15 Uhr gegen Montenegro. (Die Partie im LIVETICKER)

Wer sind die weiteren Gruppengegner des DHB-Teams? Wie ist der Modus? Wer sind die Favoriten? Wer steht im deutschen Kader? SPORT1 beantwortet alle wichtigen Fragen zur Europameisterschaft 2018.

Wo wird gespielt?

Die 13. Handball-Europameisterschaft 2018 findet, wie schon die EM 2000, in Kroatien statt. Gespielt wird in vier Arenen.

In der Arena Zagreb spielt Gruppe C mit Titelverteidiger Deutschland. Auch alle Spiele der K.o.-Runde inklusive des Finales finden in der 15.200 Plätze fassenden Multifunktionshalle statt. (zum EM-Spielplan)

Die restlichen Gruppen tragen ihre Spiele in der Spaladium Arena in Split (Gruppe A), in der Varazdin Arena im nord-kroatischen Varazdin (Gruppe D) und im Zatika Sport Centre in Porec (Gruppe C) aus.

Die Hauptrunde findet in Zagreb (Gruppe 1) und Varazdin (Gruppe 2) statt.

Wie ist der Modus der Handball-EM?

Die 16 Mannschaften spielen in vier Vorrundengruppen mit jeweils vier Teams.

Die ersten drei Mannschaften jeder Gruppe ziehen in die Hauptrunde ein. Die Punkte gegen die aus der eigenen Gruppe für die Hauptrunde ebenfalls qualifizierten Teams werden mitgenommen.

In der Hauptrunde gibt es dann zwei Sechsergruppen. Die beiden bestplatzierten Mannschaften der beiden Hauptrundengruppen erreichen das Halbfinale. Die Sieger der Halbfinal-Partien bestreiten am 28. Januar in Zagreb das EM-Finale, die Verlierer spielen um Platz drei.

Wie sehen die Gruppen aus?

Gruppe A: Kroatien, Schweden, Serbien, Island
Gruppe B: Frankreich, Weißrussland, Norwegen, Österreich
Gruppe C:  Deutschland, Mazedonien, Montenegro, Slowenien
Gruppe D: Spanien, Dänemark, Tschechien, Ungarn

Hier sehen Sie die aktuelle Tabelle der Handball-EM 2018.

Wer sind die Favoriten der Handball-EM?

Nach zwei Vizetiteln und drei Bronzemedaillen will Kroatien bei seinem zweiten Heimturnier endlich den EM-Titel. Obwohl die Kroaten bisher bei jeder EM-Endrunde dabei waren, reichte es noch nie zum Titel.

Dass zu viel Druck aber auch nach hinten losgehen kann, zeigte das Team von Trainer Lino Cervar bei seiner ersten Heim-EM 2000. Damals kamen die Kroaten nicht über die Vorrunde hinaus.

Auch Frankreich muss man als amtierenden Weltmeister auf dem Zettel haben. Zwar sind mit Spielmacher Daniel Narcisse und Torwart-Legende Thierry Omeyer zwei frühere Leistungsträger nicht mehr dabei, trotzdem führt der Weg zum EM-Titel wahrscheinlich nur über die Franzosen.

Ebenso sollte man die starken skandinavischen Nationen Dänemark und Schweden im Auge haben. Beide traditionell starken Teams gewannen wie Deutschland und Frankreich auch ihre Qualifikationsgruppen.

Wie wahrscheinlich ist die Titelverteidigung?

Das DHB-Team ist als Titelverteidiger in Kroatien natürlich auch einer der Favoriten. Nach dem enttäuschenden Scheitern im WM-Achtelfinale 2017 in Paris gegen Katar ist dennoch Vorsicht geboten.

"Selbstbewusstsein ist schön und gut, aber von dort zur Selbstüberschätzung ist es auch nicht sehr weit", sagte Bob Hanning, der Vize-Präsident des DHB, im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Trotzdem sind die "Bad Boys" zuversichtlich. Im Vergleich zur EM 2016 in Polen sind wichtige Leistungsträger wieder im Team. Kapitän Uwe Gensheimer und Patrick Wiencek fehlten damals verletzungsbedingt.

"Ich halte uns für stärker als 2016", sagte Torhüter Andreas Wolff im Sport-Bild-Interview. "Ich denke daher, dass die aktuelle Mannschaft besser ist als die vor zwei Jahren. Deshalb ist es schon unser Anspruch, das Halbfinale zu erreichen", ergänzte Wiencek.

"Das Fundament für ein erfolgreiches Turnier wird in der Vorrunde gelegt. Wir wollen mit der optimalen Ausbeute in die Hauptrunde gehen", sagte Prokop. Für den Nachfolger von Dagur Sigurdsson ist es das erste Turnier als Bundestrainer.

Wer steht im deutschen Kader?

Bundestrainer Christian Prokop reist mit einem 16er-Kader zur Handball-EM. Während des Turniers sind sechs Wechsel mit Spielern aus dem erweiterten 28er-Kader möglich.

Tor: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Andreas Wolff (THW Kiel)
Linksaußen: Uwe Gensheimer (Paris St. Germain HB)
Rückraum links: Maximilian Janke (SC DHfK Leipzig), Julius Kühn (MT Melsungen), Paul Drux (Füchse Berlin)
Rückraum Mitte: Steffen Fäth (Füchse Berlin), Philipp Weber (SC DHfK Leipzig)
Rückraum rechts: Kai Häfner (TSV Hannover Burgdorf), Steffen Weinhold (THW Kiel)
Rechtsaußen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Tobias Reichmann (MT Melsungen)
Kreis: Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar), Patrick Wiencek (THW Kiel), Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Bastian Roschek (SC DHfK Leipzig)

Reserve: Johannes Bitter (TVB 1898 Stuttgart), Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach), Rune Dahmke (THW Kiel), Marcel Schiller (Frisch Auf Göppingen), Finn Lemke (MT Melsungen), Marian Michalczik (TSV GWD Minden), Maximilian Janke (SC DHfK Leipzig), Tim Kneule (Frisch Auf Göppingen), Fabian Wiede (Füchse Berlin), Franz Semper (SC DHfK Leipzig), Tim Hornke (TBV Lemgo), Erik Schmidt (Füchse Berlin).

Wer qualifiziert sich für Olympia?

Der neue Europameister qualifiziert sich automatisch für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Sollte Weltmeister Frankreich triumphieren, ist auch der Finalist dabei.

Außerdem werden noch zwei Plätze für Qualifikationsturniere vergeben, bei denen insgesamt sechs Teams ihre Olympia-Fahrkarten lösen können.

Wo kann man die Handball-EM LIVE im TV sehen?

ARD und ZDF übertragen alle Spiele der deutschen Mannschaft. Die restlichen Partien werden von Sportdeutschland.tv im Livestream übertragen. SPORT1 begleitet das komplette Turnier im LIVETICKER. Die Highlights der deutschen Spiele gibt es auf SPORT1.de jeweils in einer Video-Zusammenfassung.

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