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Uwe Gensheimer klatscht mit deutschen Fans ab
Mit dem siebten Platz voll zufrieden: Die deutschen Handballer um Kapitän Uwe Gensheimer © Getty Images

Doha und München - Die deutschen Handballer feiern ihren siebten Platz bei der Weltmeisterschaft am Strand von Doha. DHB-Präsident Bauer prognostiziert dem Team eine große Zukunft.

Dagur Sigurdsson war der Erste. Nach einer kurzen, aber keinesfalls ausschweifenden Partynacht kletterte der Bundestrainer morgens um halb fünf mit kleinen Augen in den Bus zum Flughafen. Sigurdsson lächelte dennoch. "Wir haben ein tolles Turnier gespielt", sagte der Isländer nach der geglückten Wüstenmission der deutschen Handballer: "Wir können unheimlich stolz sein."

"Der Wille war riesig. Man hat gemerkt, dass wir unbedingt als Sieger von der Platte gehen wollten. Ich bin froh und stolz, wie wir uns aus dem Turnier verabschiedet haben", freute sich auch der mit 13 Toren überragende Kapitän Gensheimer bei SPORT1.

Nächstes Ziel: WM-Halbfinale

Ihren siebten Platz bei der WM in Katar hatten Gensheimer und Co. zuvor auf Einladung der deutschen Botschaft im vornehmen "Al Murjan"-Restaurant an Dohas Strandpromenade Corniche gefeiert. Durch den überzeugenden 30:27 (16:14)-Erfolg zum Abschluss gegen Slowenien machte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) einen großen Schritt Richtung Olympia-Teilnahme 2016 und sicherte sich die Teilnahme an einem der drei Qualifikationsturniere (8. bis 10. April 2016) für die Sommerspiele in Rio.

Gegen die Slowenen überzeugte der Weltmeister von 2007 besonders durch seine große Willensstärke. "Wir haben uns vorgenommen, nochmal alles reinzuhauen. Es war eine sehr gute kämpferische Leistung. Jeder ist glaube ich nochmal an seine Schmerzgrenze gegangen", bestätigte der angeschlagen in die Partie gegangene Steffen Weinhold bei SPORT1.

Katar im Finale: Die dunkle Macht in braunrot

"Wir sind mit einer Wildcard hierhergekommen und haben dann bewiesen, dass wir hierher gehören. Vor allem mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben", sagte Gensheimer, der mit 54 Treffern  beste deutscher Turnier-Torschützen war: "Ich hoffe, dass wir jetzt noch einiges zulegen können und das nächste Mal dann vielleicht nicht im Viertelfinale ausscheiden."

"Eine wunderbare Weltmeisterschaft"

Großer Teamgeist, ganz viel Herz und klares taktisches Konzept: Mit beherzten Auftritten hat sich das Team in der Branche neuen Respekt verschafft. Vor allem die überragende Vorrunde mit den imponierenden Leistungen gegen Handball-Größen wie Dänemark (30:30) und Polen (29:26), aber auch der überzeugende Sieg im "Olympia-Endspiel" gegen den slowenischen WM-Vierten von 2013 bleibt im Gedächtnis.

"Für die junge Mannschaft war es eine wunderbare Weltmeisterschaft", lobte Verbandschef Bernhard Bauer und bezeichnete das Turnier als "Schritt nach vorne" für den deutschen Handball: "Ich glaube, die Mannschaft hat eine große Zukunft." Auch DHB-Vizepräsident Bob Hanning zog ein durchweg positives Fazit und konstatierte: "Wir sind von 0 auf 7 gekommen - da kann man schon sagen: Wir sind wieder in der Weltspitze angekommen. Unsere Wüstenmission ist geglückt."

Sigurdsson prägt einen neuen Stil

Die Handschrift von Sigurdsson, der das wichtigste deutsche Handball-Amt erst im September übernommen hatte, war in den neun Spielen (sechs Siege, ein Remis, zwei Niederlagen) bereits deutlich zu erkennen. Auf und abseits des Feldes traten die Nationalspieler weitaus selbstbewusster, zielstrebiger und fokussierter auf. Sie strahlten mehr Ruhe aus als in den vergangenen Jahren und spielten deutlich abgeklärter.

Akteure wie Steffen Weinhold oder Patrick Groetzki, aber auch Team-Routiner Carsten Lichtlein und Spielmacher Martin Strobel erreichten unter dem Isländer ein neues Level und rufen im Nationaltrikot endlich die Leistung ab, die sie in ihren Vereinen seit Jahren bringen.

"Viele Dinge sind sehr, sehr positiv", sagte Sigurdsson und erinnerte an das große Potenzial in Deutschland: "Wir sind stark in der Breite und können uns in den nächsten paar Jahren noch 10 bis 15 Prozent steigern." Wichtige Spieler wie Steffen Fäth (24) und Finn Lemke (22), die in Katar verletzungsbedingt fehlten, oder Top-Talent Fabian Wiede (20) weiß der 41-Jährige noch in der Hinterhand.

Und doch mahnte die Verbandsspitze, nach dem "perfekten Start in eine erfolgreiche Zukunft" (Hanning) nicht abzuheben. "Wir haben jetzt erste Schritte gemacht, doch wir wissen, dass wir noch weitere machen müssen", sagte Präsident Bauer.

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