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Goran Stojanovic Katar Handball
Goran Stojanovic (M.) stand einst bei den Rhein-Neckar Löwen im Tor © imago

Es ist soweit: An diesem Donnerstag beginnt mit dem Spiel zwischen Gastgeber Katar und Brasilien (ab 18.30 Uhr LIVESCORES) die 24. Handball-Weltmeisterschaft der Männer (DATENCENTER: WM-Spielplan).

Zwar kommt die Elite aus Europa. Doch das Eröffnungsspiel liefert seine eigene Geschichte. Denn das Gros der katarischen Mannschaft hat seine Ursprünge nicht im Emirat. Acht Spieler der Nationalmannschaft wurden eigens für das Turnier eingebürgert.

Es sind Profis, die sich international auf höchstem Niveau bewiesen haben - und Katar im vergangenen Jahr zur Asienmeisterschaft führten.

Goran Stojanovic ist einer dieser Spieler. Einst stand er für den VfL Pfullingen, den VfL Gummersbach und die Rhein-Neckar Löwen im Tor. Nun bildet der 37 Jahre alte gebürtige Montenegriner gemeinsam mit dem Bosnier Danijel Saric (einst FC Barcelona) ein Torhütergespann auf Weltklasseniveau.

Der Wüstenstaat lockte die Spieler mit besten Bedingungen. Seit August ist die Nationalmannschaft zusammen, um sich auf die Heim-WM vorzubereiten. Stojanovic etwa wurde zudem mit einem Vertrag beim katarischen Klub Al-Jaish SC ausgestattet.

Auch Rückraumspieler Zarko Markovic ließ sich von solchen Rahmenbedingungen begeistern. Der gebürtige Montenegriner scheiterte einst in der DKB HBL bei Frisch Auf Göppingen und dem HSV Hamburg. Bei Katar dürfte er im Positionsangriff eine Schlüsselposition einnehmen.

Dabei ist die taktische Ausrichtung eine andere. Spaniens ehemaliger Weltmeister-Trainer Valero Rivera fordert von seinem Team eine kompakte Defensive, um über schnelle Gegenstöße zu einfachen Toren zu kommen.

"Wir wollen unter die letzten Acht und werden darum kämpfen. Doch wir müssen es Schritt für Schritt angehen und erst einmal die Gruppenphase überstehen", sagte der 61-Jährige bei "Sky". Er ist nicht der einzige, der seiner Multikultitruppe viel zutraut.

"Katar kann bei der Heim-WM riesige Überraschungen schaffen", meint Frankreichs langjähriger Erfolgstrainer Claude Onesta. Das Achtelfinale ist allemal drin.

Mit Spanien ist nur eine Topmannschaft in der Vorrundengruppe A. Slowenien und Weißrussland zählen nicht zur europäischen Spitze. Chile und Brasilien sind schlagbar.

Doch Vorsicht vor den Südamerikanern. Brasilien spielt sehr diszipliniert, verteidigt konsequent und hat im Positionsangriff wurfgewaltige Spieler.

Doch die sehen sich Stojanovic und Saric gegenüber. Katar, so viel steht fest, ist gewappnet. Davon werden sich unter anderem auch die Fußballer des FC Bayern überzeugen. Der Meister ist derzeit zum Trainingslager in Katar und wird am Abend dem Eröffnungsspiel beiwohnen.

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