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Germany v Hungary - Men's EHF European Championship 2016
Auch bei der EM 2016 ging es für Deutschland gegen Laszlo Nagy und Ungarn © Getty Images

Bei der Handball-WM in Frankreich trifft Deutschland in Gruppe C auf Ungarn, Chile, Saudi-Arabien, Weißrussland und Kroatien. SPORT1 stellt die deutschen Gegner vor.

Vom 11. bis zum 29. Januar steigt die 25. Handball-Weltmeisterschaft in Frankreich. Europameister Deutschland trifft in der Gruppe C in Rouen auf Ungarn (13. Januar), Chile (15. Januar), Saudi-Arabien (17. Januar), Weißrussland (18. Januar) und Kroatien (20. Januar). SPORT1 begleitet sämtliche Spiele des Turniers im LIVETICKER.

SPORT1 stellt die Gruppengegner des Teams von Bundestrainer Dagur Sigurdsson vor:

- Ungarn

Der deutsche Auftaktgegner ist ein Überraschungs-Ei. An einem guten Tag kann der Vize-Weltmeister von 1986 auch starke Gegner in Verlegenheit bringen, doch die guten Tage im ungarischen Handball sind seltener geworden. Die WM 2015 verpassten die Ungarn ebenso wie die EM 2016 und die Olympischen Spiele in Rio.

Auch wenn sie mit keinen zu großen Erwartungen in die WM starten, sind die Ungarn doch ein sicherer Kandidat für das Achtelfinale. Das Team speist sich zu großen Teilen aus den heimischen Top-Mannschaften Veszprem und Szeged. Schlüsselfiguren sind der Hüne Laszlo Nagy im rechten Rückraum, Spielmacher Gabor Csaszar von den Kadetten Schaffhausen und Torhüter Roland Mikler.  

"Sie haben eine gut eingespielte Mannschaft, spielen ein sehr flexibles Angriffsspiel mit schnellen Mittelspielern, wurfgewaltigen Halbangreifern und vor allem auch großem Fokus auf dem Spiel mit den Kreisläufern", charakterisiert Axel Kromer, Dagur Sigurdssons Assistent: "Wir müssen also eine sehr starke Abwehr stellen, um ein Tempospiel zu entwickeln, wie es die Ungarn auch präferieren."

Sigurdsson selbst hat großen Respekt vor dem Gegner, spricht sogar davon, dass die Siegchancen nur bei 40:60 Prozent stehen.

Der Star im Team: Nagy ist trotz seiner inzwischen 35 Jahre der Anführer der Ungarn. Der Linkshänder von Serienmeister Veszprem erzielte bisher in 188 Länderspielen 709 Tore.

Sigurdssons Einschätzung: "Ich bin ein riesiger Fan des ungarischen Handballs. Sie sind immer in der Lage, alle Mannschaften zu schlagen."

Die Bilanz gegen Deutschland: 59 Spiele, 16 Siege, 11 Unentschieden, 32 Niederlagen.

- Chile

An die Erfolge der Fußballer ihres Landes können die chilenischen Handballer nicht anknüpfen, doch immerhin qualifizierte sich der zweite deutsche Gegner (So., ab 14.45 Uhr im LIVETICKER und im LIVESTREAM auf handball.dkb.de) zum vierten Mal in Folge für eine WM. Die Leistungen auf der großen Handball-Bühne blieben aber bisher überschaubar. Bei der WM 2011 reichte es zu Platz 22, bei den Endrunden 2013 und 2015 wurde es am Ende jeweils Rang 23.

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Auch in Frankreich gilt Chile als Außenseiter. Der Einzug ins Achtelfinale wäre eine riesige Überraschung. 

Der Star im Team: Rodrigo Salinas sorgt für Gefahr aus dem Rückraum. Bei der WM 2015 erzielte er 52 Tore.

Sigurdssons Einschätzung: "Chile dürfen wir nicht unterschätzen. Wir haben in Rio gegen Brasilien verloren und uns gegen Argentinien vor zwei Jahren sehr schwer getan."

Die Bilanz gegen Deutschland: noch kein Spiel stattgefunden.

- Saudi-Arabien

Neben Chile ist Saudi-Arabien der vom Papier her leichteste deutsche Gruppengegner. An Erfahrung mangelt es den Handballern aus dem Königreich allerdings nicht. In Frankreich nimmt Saudi-Arabien bereits zum achten Mal an einer Handball-WM teil. Große Erfolge blieben aber bisher aus. Die beste Platzierung war Rang 21 bei den Turnieren 1997 und 2001.

Bei der WM vor zwei Jahren in Katar kamen die deutschen Handballer zum Vorrundenabschluss gegen Saudi-Arabien zu einem mühelosen 36:19-Erfolg.

Der Star im Team: Mohammed Al-Zaer ist der auffälligste Akteur im Team des kroatischen Trainers Nedad Kljajic.

Sigurdssons Einschätzung: "Natürlich gehen wir in das Spiel gegen Saudi-Arabien als Favorit."

Die Bilanz gegen Deutschland: 2 Spiele, kein Sieg, kein Unentschieden, zwei Niederlagen.

- Weißrussland

Weißrussland ist die große Unbekannte in der deutschen Gruppe. Von vielen belächelt, warnt Bundestrainer Dagur Sigurdsson eindringlich vor dem Team Belarus.

Eine Top-Platzierung bei einem großen Turnier können die Weißrussen allerdings nicht vorweisen. Bestes Abschneiden der letzten Jahre war der zehnte Platz bei der EM im vergangenen Jahr in Polen. Rückraum-Star Siarhei Rutenka ist inzwischen nicht mehr dabei.

Der Star im Team: Nachdem der frühere Barcelona-Star Siarhei Rutenka nicht dabei ist, soll eine gesunde Mischung aus jungen und routinierten Spielern über das Kollektiv den Achtelfinaleinzug schaffen.

Sigurdssons Einschätzung: "Sie sind in der Lage, jede Mannschaft in der Gruppe zu besiegen. Sie haben Island beim letzten Turnier geschlagen, und das zeigt mir, dass sie sehr gut sind."

Die Bilanz gegen Deutschland: 12 Spiele, 1 Sieg, 1 Unentschieden, 10 Niederlagen.

- Kroatien

Kroatien gilt auf dem Papier als schwerster deutscher Gruppengegner. Bei den vergangenen 15 Großveranstaltungen gewann das Team vom Balkan je viermal Silber und Bronze - und landete dabei immer unter den ersten Acht. Bei der EM im vergangenen Jahr wurde das Team  Dritter, bei Olympia in Rio reichte es aber nur zu Rang acht.

Kroatien ist im kommenden Jahr EM-Gastgeber.

Der Star im Team: Aus der Masse von vielen guten Spielern ragt Domogoj Duvnjak heraus. Der Welthandballer des Jahres von 2013 vom THW Kiel ist der Kopf des Teams und kann mit Einzelaktionen stets für die entscheidenden Momente sorgen.

Sigurdssons Einschätzung: "Ich denke, die Chancen auf einen Erfolg stehen 50 zu 50."

Die Bilanz gegen Deutschland: 25 Spiele, 11 Siege, 4 Unentschieden, 10 Niederlagen.

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