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Chiles Erwin und Emil Feuchtmann (mit Victor Donoso und Pablo Baeza, v.l.) wollen die Deutschen ärgern
Chiles Erwin und Emil Feuchtmann (mit Victor Donoso und Pablo Baeza, v.l.) wollen die Deutschen ärgern © DPA Picture-Alliance

München - Die Geschichte der Feuchtmann-Brüder, einer spielt in der Bayernliga, ist ein Handball-Märchen. Mit Chile spielen sie gegen das Land ihres Großvaters und geben sich forsch.

Der Name Feuchtmann ist ein Großer im Handball – allerdings nicht in Deutschland.

Emil, Harald und Erwin Feuchtmann sind drei Brüder, die für Chile bei der Handball-WM aktiv sind. Eben jenes Chile ist der nächste Gegner der Bad Boys (14.45 Uhr auf handball.dkb.de und im LIVETICKER).

Noch nie gab es ein Länderspiel zwischen den beiden Teams. So wird es auch für die Brüder Feuchtmann ein besonderes Erlebnis - und das gleich in doppelter Hinsicht: Erster Auftritt gegen den Europameister und eine Reise zurück zu ihren Wurzeln.

Vater brachte Handball nach Chile

Der Großvater von Emil, Harald und Erwin war in den 1930er Jahren von Mannheim nach Chile ausgewandert. Doch wie kam der Handball nach Chile? "Unser Vater hat damals den Handball nach Puntarenas in Feuerland gebracht", verriet Emil Feuchtmann. So war der erste Sieg gegen Weißrussland auch für ihren Vater, denn dieser kann aufgrund einer Operation nicht bei der WM sein.

"Gegen Deutschland ist etwas ganz Besonderes für uns", unterstrich Harald Feuchtmann die Bedeutung des Kräftemessens mit den Bad Boys. Doch in Ehrfurcht erstarren wird Chile nicht: "Wir haben keine Angst vor Deutschland", erklärte ein selbstbewusster Erwin Feuchtmann.

Namen stammen aus Märchen

Zumindest Harald Feuchtmann hat Erfahrung im Duell gegen deutsche Nationalspieler. Bei einem Juniorenturnier traf er unter anderem auf Uwe Gensheimer, den heutigen Kapitän der Bad Boys. Harald ist auch der einzige der drei Brüder, der noch in Deutschland aktiv ist. Er läuft für den DJK Waldbüttelbrunn in der Bayernliga auf. Alle drei haben sie eine deutsche Frau oder Freundin - Erwin ist in Wien aktiv, Emil beim Schweizer Erstligisten Wacker Thun.

Chile qualifizierte sich bereits zum vierten Mal in Folge für die Weltmeisterschaft. Als bestes Resultat steht ein 22. Platz aus dem Jahr 2011 zu Buche. Nun wollen die Feuchtmann-Brüder mit Chile erstmals die K.o-Runde erreichen und ein Sportmärchen schreiben. Die Chancen stehen nach dem Auftaktsieg gut, das Schlüsselspiel für die Chilenen steigt gegen Saudi-Arabien am Freitag.

Mit dem Einzug ins Achtelfinale würde sich der Kreis auch ein Stück weit schließen. Die Eltern der drei Brüder sollen bei der Namensfindung ein deutsches Märchenbuch zu Rate gezogen haben.

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