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Die deutsche Mannschaft feiert Uwe Gensheimer nach seiner starken Partie gegen Ungarn
Die deutsche Mannschaft feiert Uwe Gensheimer nach seiner starken Partie gegen Ungarn © Getty Images

Rouen - Uwe Gensheimer beeindruckt in seinem vielleicht schwierigsten Länderspiel nicht nur den Bundestrainer. "Viele wären nicht einmal angereist", sagt Steffen Fäth zu SPORT1.

Auch am Tag nach dem WM-Auftaktsieg hing ein dunkler Schatten über dem deutschen Teamhotel, einem in die Jahre gekommenen Flachbau in Süden von Rouens. Und es war nicht der graue Himmel, der auf die Stimmung drückte.

Der trauernde Kapitän Uwe Gensheimer fehlte beim Mediengespräch, und war nach seinem fulminanten Auftritt gegen Ungarn dennoch das bestimmende Thema. Nach dem Tod seines Vaters hatte sich der Star des Teams entschieden, die WM zu spielen. Und er zeigte gleich, welchen sportlichen Wert er für die Mannschaft hat.

"Die letzten Tage waren sicherlich sehr, sehr schwer für ihn", sagte Steffen Fäth im Gespräch mit SPORT1: "Das hat mich persönlich auch sehr mitgenommen. Umso höher ist es einzuschätzen, was er hier für eine Leistung gebracht hat."

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13 Treffer erzielte der Linksaußen, blieb achtmal von der Siebenmeterlinie eiskalt, spielte im ersten Durchgang fehlerlos und schloss hoch präzise ab. Was ihm die Bewunderung seiner Mitspieler einbrachte. "Viele Spieler wären nicht einmal zu so einem Turnier angereist", sagte Fäth: "Dass er das so gemacht hat, ist einfach überragend, Weltklasse."

Mannschaft versucht zu helfen

Torhüter Andreas Wolff berichtete, Gensheimer habe sich nach seiner Rückkehr zum Team am Vorabend des Ungarn-Spiels am Donnerstagabend in einer emotionalen Rede an die Mannschaft gewandt: "Uwe hat eine großartige Ansage gemacht, was seinen Charakter unterstreicht. Es ist bewundernswert, wie er damit umgeht."

Rückraum-Ass Julius Kühn erklärte: "Er hat gefordert, dass man ganz normal mit ihm umgeht. Und das haben wir auch gemacht." In allen Gesprächen ist deutlich spürbar: Das ganze Team ist sichtlich bemüht, seinen Kapitän aufzufangen. Bundestrainer Dagur Sigurdsson zollte ihm den höchsten Respekt: "Er hat eine unheimlich schwere Woche hinter sich und das überragend gemacht. Einfach ohne Worte, wie er das schafft."

Gensheimer kehrt zur Beerdigung zurück 

In der kommenden Woche wird Gensheimer noch einmal zurück in seine Heimat Mannheim reisen, um der Beerdigung beizuwohnen. Wann genau das der Fall sein wird, ist noch unklar.

Seinen Platz, sollte er bei einem der Vorrundenspiele gegen Chile (So., 14.45 Uhr im LIVETICKER), Saudi-Arabien, Weißrussland oder auch Kroatien fehlen, wird der Kieler Rune Dahmke einnehmen.

DHB-Vizepräsident Bob Hanning sagte: "Den Zeitpunkt, sich wichtigeren Dingen als Handball zuzuwenden, bestimmt er allein."

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