vergrößernverkleinern

Bei der Hockey Champions Trophy wollen die deutschen Teams Wiedergutmachung für die schwache WM betreiben. SPORT1 erklärt die Sportart.

Es ist Zeit für Wiedergutmachung.

Bei den Hockey-Weltmeisterschaften in den Niederlanden sprang für die deutschen Frauen im Juni nur Platz acht heraus, die Männer kamen nicht über Platz sechs hinaus - beides bedeutete das schlechteste Abschneiden in der WM-Geschichte Deutschlands.

Nicht einmal ein halbes Jahr später bietet sich jetzt die Chance zur Revanche gegen die Großen der Szene: Bei der Hockey Champions Trophy sind nahezu alle Top-Nationen am Start.

Die Frauen messen sich ab dem 29. November im argentinischen Mendoza, für die Männer geht es am 6. Dezember im indischen Bhubaneswar los - und SPORT1 ist mittendrin.

Los geht's im Free-TV mit dem zweiten Vorrundenspiel der deutschen Frauen gegen England am Sonntag (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1). Die DHB-Männer treffen am 6. Dezember zum Auftakt auf Gastgeber Indien (ab 14.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Alle Infos rund um die Hockey Champions Trophy gibt es auch auf SPORT1.de und in der SPORT1-App.

Zum Auftakt gibt's einen Crash-Kurs in Sachen Hockey: SPORT1 erklärt die Grundlagen des Spiels sowie die wichtigsten Begriffe rund ums Hockey.

Das Spielfeld: Das Spielfeld im Hockey ist exakt festgelegt. Anders als etwa beim Fußball gibt es hier keine Variationsmöglichkeiten. Ein Hockey-Feld ist demnach 91,40 Meter lang und 55 Meter breit. Die jeweiligen Spielhälften sind noch einmal durch Viertellinien unterteilt. Dem Torhüter ist es dabei nicht erlaubt, außerhalb der eigenen Viertellinie am Spiel teilzunehmen.Ähnlich wie beim Handball gibt es auch noch einen Schusskreis, der in etwa halbkreisförmig in einem Radius von 14,63 Metern vor dem Tor verläuft. Nur innerhalb dieses Schusskreises darf ein Tor erzielt werden.Gespielt wird in der Regel auf Kunstrasen.

Spiellänge: Ein Hockey-Spiel besteht aus zwei Halbzeiten mit jeweils 35 Minuten Spielzeit. Zwischen den beiden Hälften gibt es eine zehnminütige Halbzeitpause.

Schiedsrichter: Beim Hockey gibt es zwei Schiedsrichter. Jeder ist dabei für eine Hälfte des Spielfeldes verantwortlich.

Die Teams: Beim Hockey treten zwei Teams mit jeweils elf Spielern gegeneinander an. In der Regel besteht eine Mannschaft aus zehn Feldspielern und einem Torwart, es ist aber auch möglich - wie beim Eishockey - den Torwart durch einen zusätzlichen Feldspieler zu ersetzen. Insbesondere in engen Spielen kann dies ein probates Mittel sein, um kurz vor Ende noch einen Rückstand zu drehen.Bei jeder Mannschaft dürfen zusätzlich noch sieben Spieler auf der Bank Platz nehmen. Ausnahme: Tritt ein Team zu einem Spiel lediglich mit einem Torhüter an, reduziert sich die Zahl der Auswechselspieler auf fünf. Während des Spiels darf beliebig oft gewechselt werden.

Die Positionen: Anders als beim Fußball gibt es beim Hockey keine festen Positionen. In der Regel wird lediglich zwischen Verteidigern, Mittelfeldspielern und Angreifern unterschieden.

Video

Die Ausrüstung: Der Hockey-Schläger ist normalerweise entweder aus Holz oder einer Kunststoffverbindung. Auf der einen Seite ist er flach, auf der anderen abgerundet. Der Ball darf nur mit der flachen Seite gespielt werden. Neben den Trikots (Damen tragen Röcke statt Hosen) muss jeder Spieler Schienbeinschützer und einen Mundschutz tragen.

Erzielen eines Tores: Ein Tor ist nur dann regelkonform, wenn der Ball bevor er im Tor landet im Schusskreis von einem Angreifer, Verteidiger oder Torwart gespielt oder berührt worden ist. Dabei darf nur der Torhüter der verteidigenden Mannschaft den Ball mit dem Körper abwehren.Bei unabsichtlichen Regelverstößen innerhalb des Schusskreises, folgt eine Strafecke (siehe unten), bei absichtlichen Verstößen wird das verteidigende Team mit einem Siebenmeter gegen sich bestraft.

Strafen: Ähnlich wie Basketball ist Hockey ein eher körperloses Spiel. So ist es den Spielern beispielsweise verboten, einen anderen Spieler zu schlagen, haken, festzuhalten, zu stoßen oder anzufassen.Je nach Art des Regelverstoßes, hat der Schiedsrichter mehrere Möglichkeiten der persönlichen Bestrafung:Grüne Karte: Sieht ein Spieler die grüne Karte, erhält er eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe. Jedem Spieler kann nur einmal eine grüne Karte gezeigt werden, beim nächsten Regelverstoß folgt die gelbe Karte.Gelbe Karte: Sieht ein Spieler die gelbe Karte, muss er je nach Ermessen des Schiedsrichters für 5-15 Minuten den Platz verlassen.Rote Karte: Sieht ein Spieler die rote Karte, wird er für die Dauer des gesamten Spiels ausgeschlossen.

Strafecke: Die Strafecke ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Hockey-Sports und oftmals von spielentscheidender Bedeutung. Zur Ausführung der Strafecke haben sich der Torhüter und maximal 4 Abwehrspieler hinter ihrer Grund- oder Torlinie aufzustellen. Sie müssen dabei mit ihren Füßen hinter der Linie stehen - zum Schutz vor dem Ball dürfen bei der Ecke auch die Verteidiger Gesichtsmasken tragen.Alle anderen Abwehrspieler müssen sich jenseits der Mittellinie befinden. Die übrigen Angreifer dürfen sich ebenfalls nicht im Schusskreis aufhalten. Nachdem der Schiedsrichter die Ecke freigegeben hat, erfolgt ein Anspiel auf einen der Angreifer. Erst wenn dieses Abspiel erfolgt ist, dürfen die Abwehrspieler den Schusskreis betreten.Die Angreifer nehmen den Ball in der Regel außerhalb des Schusskreises an, da der Ball mindestens einmal den Kreis verlassen muss, bevor ein Torschuss erfolgen darf. Den Angreifern stehen dann mehrere Optionen offen.Die Wahrscheinlichkeit, dass bei solch einer Strafecke ein Tor fällt, ist hoch.

Video

Videobeweis: Jedes Team hat bei der WM bei strittigen Situationen innerhalb von 23 Metern rund um das Tor einmal pro Spiel die Möglichkeit, einen Videobeweis einzufordern. Ist der Einwand berechtigt, verbleibt die Möglichkeit eines weiteren Videobeweises. Andernfalls ist das Recht auf einen weiteren Videobeweis verloren.

Siebenmeter: Bei absichtlichen Regelverstößen im Schusskreis oder bei Regelverstößen, die ein Tor oder zumindest eine nahezu hundertprozentige Torchance verhindert haben, wird ein Siebenmeter verhängt. Während der Ausführung des Siebenmeters wird die Zeit angehalten.

Auszeit: Die Auszeit ist eine maximal eine Minute lange Unterbrechung des Spiels, die vom Kapitän oder einem Mannschaftsbetreuer durch Hochheben einer Karte beantragt werden kann. In dieser Zeit hat der Trainer die Möglichkeit, taktische Dinge anzusprechen oder zu ändern. Jede Mannschaft hat einmal pro Halbzeit die Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen.

Bully: Nach einem Zeitstopp oder nach einer Spielunterbrechung wegen einer Verletzung wird das Spiel mit einem Bully fortgesetzt. Die Ausführung erfolgt in der Nähe der Stelle, wo sich der Ball zum Zeitpunkt der Unterbrechung befand. Ein Spieler jeder Mannschaft wird zum Ort des Geschehens gerufen. Nachdem beide den Boden rechts vom Ball berührt haben, dürfen sie den Ball spielen.

Einschlag: Verlässt der Ball das Spielfeld, wird das Spiel mit einem Einschlag wieder fortgesetzt.

Schieben: Beim Schieben wird der Stock nahe zum Ball gebracht und der Ball dann auf dem Boden entlang bewegt, Ball und Schläger haben dabei Bodenkontakt.

Heben: Ein Heber funktioniert so, dass der ruhende oder langsam rollende Ball mit einer "Schaufelbewegung" absichtlich hoch gespielt wird.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel