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Marie Mävers (r.) und die deutschen Hockey-Damen beenden die Champions Trophy auf dem siebten Rang
Stürmerin Marie Mävers (r.) fordert von ihrem Team volles Risiko © getty

Die deutschen Damen haben bei der Hockey Champions Trophy ein ganz klares Ziel. Eine Stürmerin fordert "Arschbacken-Hockey".

 T-Shirt statt Daunenjacke, argentinische Hitze statt deutscher Kälte: Die deutschen Hockey-Frauen haben einen idealen Zeitpunkt erwischt, um dem Temperatursturz in hiesigen Gefilden zu entkommen.

Doch mit einer Lustreise hat der Trip ins 30 Grad Celsius heiße Mendoza so gar nichts zu tun.

Bundestrainer Jamilon Mülders will bei der prestigeträchtigen Hockey Champions Trophy (So. ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) ein Top-Resultat abliefern.

Mülders hat klare Vorstellungen

"Wir wollen unter die Top 4", lautet die klare Vorgabe des Coaches vor dem Turnier der acht besten Mannschaften der Welt ab Samstag.

Doch nicht allein ein gutes Abschneiden in Argentinien treibt Mülders an. Er hat längst den Fokus auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 ausgerichtet.

"Der Countdown Richtung Rio läuft schon", sagte der 38-Jährige, der den Druck auf sein Team nun schrittweise erhöht. Denn mit Platz acht und den Auftritten bei der Weltmeisterschaft im Sommer in den Niederlanden war Mülders ganz und gar nicht glücklich.

Und zog daraus seine Konsequenzen. "Zum Teil gestalte ich die Einheiten extrem unangenehm, um zu sehen: Wer ist Ente und schnattert nur? Und wer ist Adler?", erklärte Mülders dem "Tagesspiegel".

Belastungsprobe für die Defensive

Gerade in der Defensive drückte der Schuh erheblich - da kommt die Belastungsprobe unter schwierigen Bedingungen in Mendoza gerade recht.

"Das Problem ist erkannt und die Bereitschaft, daran zu arbeiten, ist da", sagte der emsige Bundestrainer: "Aber das ist nicht von heute auf morgen zu lösen."

Doch die Zeit drängt. Nur noch ein gutes halbes Jahr bleibt dem Trainer, um sein Team auf Weltklasse zu trimmen.

Denn im kommenden Juni zählt es für den Deutschen Hockey-Bund (DHB), wenn bei der World League in Valencia Rio-Tickets vergeben werden.

"Arschbacken-Hockey"

Doch Mülders ist guter Dinge, dass seine Mannschaft schon bei der Champions Trophy klare Fortschritte zeigt.

"Wir hatten ein Speed-Defizit gegenüber den Spitzenteams bei der WM, jetzt haben wir ein deutlich höheres Spieltempo."

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Auch Stürmerin Marie Mävers vom UHC Hamburg ist optimistisch. "Unser Spiel ist jetzt komplett anders. Wir spielen risikoreicher, schneller nach vorne", sagte Mävers der "Hamburger Morgenpost", "Arschbacken-Hockey" nennt sie das.

Auftakt gegen Argentinien

In Argentinien trifft die DHB-Auswahl zum Auftakt am Samstag (23 Uhr) auf die starken Gastgeberinnen und bereits am Sonntag auf England (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Zwei Tage später fordern die Europameister von 2013 Vize-Weltmeister Australien (ab 16.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Und Mülders will dabei klare Schritte in Richtung absoluter Weltklasse sehen: "Wir arbeiten daran, dass wir konstanter Top-Leistungen abliefern - wie bei der Europameisterschaft 2013."

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