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Nach Mikel Artetas Auswechslung ist Per Mertesacker gegen Tottenham Arsenals Kapitän

London - Arsenals Rückstand auf die Premier-League-Spitze wächst. Bei SPORT1 spricht Geburtstagskind Per Mertesacker über kommende Duelle.

Von Bernd Felden

Der FC Arsenal ist als einzige Mannschaft in England neben Chelsea nach sechs Spieltagen noch ungeschlagen, Per Mertesacker hat als Stammspieler einen wichtigen Anteil daran.

Zufriedenheit will sich trotzdem nicht einstellen beim Weltmeister.

Durch ein 1:1 im Derby gegen Tottenham Hotspur bleibt der englische Pokalsieger auf Platz vier, der Rückstand auf die Spitze wächst immer weiter. 

Viel Zeit hat Mertesacker nicht, weder für den Blick zurück auf verlorene Punkte noch für seinen 30. Geburtstag am Montag. Die nächsten harten Aufgaben in der Champions League und der Premier League warten bereits.

Im Interview mit SPORT1 über verpasste Chancen im North London Derby, böse Erinnerungen gegen Chelsea und Arsenals Verletzungspech.

SPORT1: Es war ein sehr intensives Derby gegen Tottenham. Wie bewerten Sie das Unentschieden?

Per Mertesacker: In der zweiten Halbzeit waren wir überlegen. Wir mussten nur absichern, dass nichts mehr passiert. Wir haben ein dummes Gegentor durch einen eigenen Fehler bekommen, dann hatten wir eigentlich bis zum Schluss das Spiel im Griff. Wir hatten ein paar gute Möglichkeiten. Es hätte auch etwas mehr dabei herausspringen können.

SPORT1: Gefühlt war Tottenham in der zweiten Halbzeit genau einmal vor Ihrem Tor. Wie erklären Sie sich, dass trotzdem nur ein Punkt herausgesprungen ist?

Mertesacker: Natürlich versucht man alles zu erklären. Das muss man heute aber nicht. Ich glaube, wir hatten heute genug Chancen, um das Spiel zu gewinnen. Ein-, zweimal hat der Torwart gut gehalten und sie haben dann in der zweiten Halbzeit sehr defensiv gespielt.

SPORT1: Wie kam aus Ihrer Sicht das 0:1 zustande?

Mertesacker: Im Aufbau wollten wir schnell spielen und dann haben wir einfach ein bisschen gepennt. Wir haben uns zu sicher gefühlt und den Ball aus der eigenen Hand gegeben. Ich glaube, das wäre zu verhindern gewesen.

SPORT1: Zwei Minuten später hätten Sie fast den Ausgleich erzielt. Ärgerlich?

Mertesacker: Ja, klar. Aber Tottenhams Torwart ist nicht schlecht (Hugo Lloris, Anm. d. R.). Das hat man ja gesehen. Deswegen muss ich nächstes Mal wohl besser zielen.

SPORT1: In der Liga sind Sie immer noch ungeschlagen, allerdings stehen auch schon vier Unentschieden zu Buche. Sind das Punkte, die eventuell in der Endabrechnung schon fehlen könnten?

Mertesacker: Das müssen wir jetzt mal schauen. Ich glaube, wir sind auf einem ganz guten Weg. Wir haben eine gute Mannschaft, aber es braucht Zeit nach der Weltmeisterschaft. Wir versuchen, so lange wie möglich ungeschlagen zu bleiben.

SPORT1: Eine lange Verschnaufpause ist nicht angesagt: Am Mittwoch steht in der Champions League gegen Galatasaray ein wichtiges Spiel vor der Tür und am Sonntag bei Spitzenreiter Chelsea wahrscheinlich ein noch wichtigeres, das man schon fast nicht verlieren darf.

Mertesacker: Wir konzentrieren uns erst mal auf Mittwoch. Und gegen Chelsea haben wir schlechte Erfahrungen in letzter Zeit gemacht. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen, damit es nicht wieder so ausgeht wie in den letzten Jahren (Anm. d. Red.: drei Niederlagen und ein Unentschieden aus Arsenal-Sicht in den letzten vier Spielen, darunter ein 0:6 im März). Wir sollten da bescheiden herangehen und uns nicht schon wieder so unter Druck setzen, dass wir dann so auftreten wie in den letzten Jahren.

SPORT1: Aber bei einer Niederlage wären Sie schon neun Punkte hinten dran - auch wenn es noch sehr früh in der Saison ist.

Mertesacker: Das ist so im Fußballgeschäft, es kann schnell gehen. Besonders wenn man konstante Mannschaften hat, die wirklich guten Fußball spielen und auch noch gewinnen. Dann wird es für uns nicht reichen, wenn wir es nicht schaffen. Aber das Spiel ist noch nicht gespielt und ich bin guten Mutes, das wir uns da besser präsentieren als in den letzten beiden Jahren.

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