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In Monaco steht nach der Auslosung der Champions-League-Gruppen mal wieder die Wahl zum Fußballer und zur Fußballerin des Jahres in Europa an. UEFA-Präsident Michel Platini ist als Gastgeber bester Laune
In Monaco steht nach der Auslosung der Champions-League-Gruppen mal wieder die Wahl zum Fußballer und zur Fußballerin des Jahres in Europa an. UEFA-Präsident Michel Platini ist als Gastgeber bester Laune © getty

UEFA-Boss Michel Platini bedauert weiterhin nicht, bei der WM-Vergabe 2022 im Dezember 2010 für das Emirat Katar votiert zu haben.

"Es war kein Fehler, für Katar zu stimmen", sagte der 59-Jährige im Interview der "Bild am Sonntag".

Die berufliche Verbindung seines Sohnes zu den Katerern sei für Frankreichs einstigen Fußball-Weltstar kein Hinderungsgrund gewesen: "Was wäre ich für ein Vater, wenn ich ihm den Job verbieten würde, weil ich dafür kritisiert werde?"

Sein Filius sei nicht angesprochen worden, "nicht, weil er mein Sohn ist, sondern weil er ein guter Anwalt ist".

Der Welt am Sonntag sagte er zu den Vergaben der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Katar: "Ich habe mit Katar und Russland Länder ausgesucht, die noch nie in den Genuss einer WM-Austragung gekommen sind. Im Blick auf die Entwicklung des Fußballs war das die richtige Entscheidung."

Die Kritik an den Bedingungen für Tausende Gastarbeiter in Katar, die offenbar teilweise wie Sklaven behandelt wurden, sei wichtig gewesen: "Katar steht jetzt im Fokus, jeder weiß von den Problemen, die es gibt. Auf die Katarer wird internationaler Druck ausgeübt, und den Menschen wird jetzt geholfen."

Er habe das Gefühl, so Platini, "dass sich die Dinge in Katar verbessern. Am Ende muss man sehen, wie weit das geht. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir es mit einer anderen Kultur zu tun haben".

Gleichzeitig sprach sich Platini erneut für eine Verlegung des Turniers in den Winter aus.

"Ich habe immer gesagt, dass wir im Winter spielen müssen. Wenn wir nur danach gehen, dass es im Sommer nicht 50 Grad sein darf, dann könnte ein Teil der Welt nie eine WM bekommen. Das wäre nicht gut", betonte Platini.

Ein Boykott der WM 2018 in Russland kommt für den Europameister von 1984 nicht infrage: "Wenn wir über Russland reden, dann sage ich: Es gibt dort eine deutsche Botschaft, die Lufthansa fliegt nach Moskau. Aber die WM darf dort nicht stattfinden? Das verstehe ich nicht. Die Politiker machen es sich zu leicht", sagte er der "WamS".

In der "BamS" äußerte er: "Es kann doch nicht sein, dass der Sport oder der Fußball immer Probleme lösen sollen, die die große Politik nicht lösen kann."

Seinen Verzicht auf eine Kandidatur als Präsident des Weltverbandes FIFA gegen Amtsinhaber Joseph S. Blatter begründete Platini nochmals in der "Bild am Sonntag": "Ich war nicht zu feige und hatte auch keine Angst vor Sepp Blatter. Ich habe mich nicht gegen die FIFA, sondern für die UEFA entschieden. Ich halte mir eine Kandidatur für die Zukunft offen."

Allerdings schließt der UEFA-Präsident nicht aus, dass Blatter auch 2019 nochmals als FIFA-Chef kandidiert. Dann wäre der Schweizer 83 Jahre alt...

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