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Die FIFA entscheidet erst im kommenden Jahr über die WM 2022

Der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert will bei den Untersuchungen der Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit den WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar aufs Gaspedal treten.

"Ich hoffe, ich kann die Untersuchungen Ende Oktober, Anfang November abschließen. Ich bin mir bewusst, dass die Zeit drängt", sagte der Vorsitzende der rechtsprechenden Kammer des unabhängigen Ethik-Komitees des Fußball-Weltverbandes FIFA am Freitag.

Eckert äußerte sich am Rande des "World Summit on Ethics in Sports" in Zürich. Am 5. September hatte die ermittelnde Kammer den 350 Seiten umfassenden Untersuchungsbericht an Eckert weitergeleitet.

Dieser bekräftigte, dass höchste Geheimhaltung gelte: "Diesen Bericht haben bislang nur vier Personen gesehen, nicht die FIFA oder eine andere Organisation. So sollte es auch sein. Wir sind Profis und gehen entsprechen mit solchen Unterlagen um."

Vor allem im Zusammenhang mit der Vergabe der WM 2022 an das Emirat Katar im Dezember 2010 hatte es zuletzt wiederum Bestechungsvorwürfe gegeben. Chefermittler Michael J. Garcia und sein Stellvertreter Cornel Borbely hatten ein umfangreiches Dossier zusammengetragen.

Eckert und die rechtsprechende Kammer werden sich nun zu gegebener Zeit zum Ermittlungsbericht äußern. 75 Zeugen waren gehört worden, außerdem wurde 200.000 Seiten umfassendes Material gesichtet.

Der deutsche Richter dementierte allerdings, dass es den Versuch der Einflussnahme von außen gegeben habe: "Ich habe gelesen, dass Druck gegen meine Person ausgeübt worden sei, aber das ist absolut falsch. Es gab auch keine Anrufe von ehemaligen Exekutiv-Mitgliedern der FIFA."

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