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Jerome Champagne fordert FIFA-Präsident Joseph Blatter heraus

FIFA-Präsidentschaftskandidat Jerome Champagne (56) will die Bedeutung der nationalen Verbands-Chefs stärken.

Der Franzose schlägt vor, nur noch gewählte Verbands-Präsidenten im Exekutiv-Komitee des Weltverbandes zu akzeptieren.

Das hätte im konkreten Fall dazu geführt, dass Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger (69) seinen Platz für den aktuellen DFB-Boss Wolfgang Niersbach (63) sofort hätte räumen müssen oder Deutschland seinen Sitz in der "Weltregierung" des Fußballs für den Zwanziger unterlegenen Kandidaten verloren hätte.

Ex-DFB-Zwanziger scheidet allerdings auf dem kommenden FIFA-Kongress ohnehin aus, voraussichtlich tritt Niersbach im FIFA-Vorstand seine Nachfolge an.

Champagne ist bislang einziger Gegenkandidat von Amtsinhaber Joseph S. Blatter (78) bei der nächsten FIFA-Präsidentenwahl am 29. Mai 2015.

Er hat in einem neunseitigen Brief an alle 209 Mitgliedsverbände Reformvorschläge unterbreitet und damit die Ernsthaftigkeit seiner Kandidatur nochmals unterstrichen.

Allerdings werden dem ehemaligen Blatter-Berater kaum Chancen gegen den seit 1998 amtierenden Blatter eingeräumt. Der Schweizer strebt eine fünfte Amtszeit an und sieht seine "Mission" noch nicht als erfüllt an.

Niersbach hatte am Sonntag im Volkswagen-Doppelpass bei SPORT1 erklärt, bei der nächsten UEFA-Sitzung sich für eine "gesamteuropäische Haltung" hinsichtlich der FIFA-Präsidentenwahl im kommenden Jahr einzusetzen.

UEFA-Präsident Michel Platini (59) hatte auf eine Kandidatur verzichtet und gleichzeitig keinen Hehl aus seiner Ablehnung der erneuten Kandidatur Blatters gemacht.

Champagne geißelt in seinem Brief gleichzeitig, dass die FIFA 990 Millionen Dollar Verwaltungskosten ausweist, aber nur 900 Millionen in Entwicklungshilfe steckt. Er verspricht deshalb eine Senkung der Verwaltungskosten um fünf Prozent und die Investition dieser Gelder in Entwicklungshilfe. So schlägt er vor, 400 neue Fußballplätze zu bauen.

Gleichzeitig erklärt Champagne sich bereit, sein Gehalt offenzulegen sowie sein Vermögen bei Beginn sowie am Ende seiner Präsidentschaft. Auch sollen die Sponsorenverträge der FIFA offengelegt werden. Blatter weigert sich beharrlich, sein Gehalt öffentlich zu machen.

Außerdem plädiert Diplomaten-Sohn Champagne dafür, mehrere Inseln in Ozeanien als eigenständige Mitglieder anzuerkennen, armen Ländern - auch den Klubs -Zuschüsse für ihre Reisekosten zu Auswärtsspielen zu gewähren und kontinentübergreifende Arbeitsgruppen zu bilden, weil "die ersten 50 Verbände der FIFA-Rangliste andere Probleme haben als die letzten 50".

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