München - Arsenal und Manchester United, dazu das Mailänder Stadtderby: Am Wochenende kommt es zum Treffen schwächelnder Traditionsteams.

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Namen und Zahlen sprechen manchmal eine andere Sprache als die aktuelle Tabellensituation: Das gilt gleich für mehrere vermeintliche Spitzenspiele der europäischen Ligen am Wochenende.

Wenn am Samstag Arsenal London und Manchester United (Sa. ab 18.30 Uhr im TELEGRAMM) in der Premiere League aufeinandertreffen, handelt es sich angesichts der Tradition und Erfolge der beiden Vereine um ein echtes Gigantentreffen.

Nur die aktuelle sportliche Lage will nicht so ganz dazu passen. Sechster gegen Siebter - das klingt mehr nach einem durchschnittlichen Duell.

Blickt man dagegen auf die Namen - Arsene Wenger gegen Louis van Gaal, Alexis Sanchez gegen Angel Di Maria - oder die Zahlen - 408 Millionen Kaderwert gegen 461 Millionen, 13 maliger gegen 20 maliger englischer Meister - ist man sofort bei den Superlativen.

Ähnlich ist die Lage beim Mailänder Derby (So. ab 20.45 Uhr im TELEGRAMM) in der Serie A. Sowohl der AC Mailand als auch Inter laufen als Siebter beziehungsweise Neunter bisher den eigenen Ansprüchen hinterher.

Trotzdem ist Brisanz beim stadtinternen Aufeinandertreffen vorprogrammiert.

Dazu empfängt Miroslav Klose mit Lazio Rom den Tabellenführer Juventus Turin (Sa. ab 20.45 Uhr im TELEGRAMM). Immerhin bei dieser Begegnung passen Fußballgeschichte und aktuelle Situation einigermaßen zusammen.

SPORT1 hat die Fakten zu den historisch aufgeladenen Topspielen am Samstag und Sonntag:

• Arsenal London - Manchester United

Sportlich hat das Traditionsduell (Sa. ab 18.30 Uhr im TELEGRAMM) gerade wegen der schwierigen sportlichen Situation beider Teams zusätzliche Bedeutsamkeit.

Für Arsenal wie ManUnited geht es darum, den Anschluss nach oben zu den Champions-League-Plätzen nicht zu verlieren. Ob man dem punktemäßig zweistellig enteilten Tabellenführer FC Chelsea überhaupt noch einmal gefährlich werden kann, ist bereits nach einem Drittel der Saison fraglich - und abhängig vom Resultat am Samstagabend.

Louis van Gaal nimmt seine Spieler in die Pflicht, explizit Wayne Rooney. "Er ist jetzt der jüngste Fußballer mit mehr als 100 Länderspielen - und hat für England getroffen. Ich habe ihm gratuliert, aber jetzt muss er für Manchester United treffen, das ist sehr wichtig", betonte van Gaal.

Arsenals Keeper Wojciech Szczesny hält dagegen. "Die Länderspielpause kam zum richtigen Zeitpunkt für uns, die haben wir gebraucht. Zuletzt haben wir gegen Manchester nicht gut ausgesehen, das wollen wir ändern", sagte der Pole.

Vom deutschen Londoner Trio wird wohl nur Per Mertesacker von Beginn an auf dem Feld stehen. Mesut Özil ist bis Ende des Jahres verletzt, Lukas Podolski in der hochkarätig besetzten Arsenal-Offensive hinter Sanchez, Santi Cazorla, Alex Oxlade-Chamberlain, Danny Welbeck und dem wiedergenesenen Olivier Giroud nur Ersatzmann.

• Lazio Rom - Juventus Turin

Über die Rolle des Ersatzmanns kommt auch Miroslav Klose in dieser Saison bei Lazio Rom nicht hinaus. Erst dreimal durfte er von Beginn an ran.

Obwohl er bei seinem letzten Startelfeinsatz gegen Cagliari gleich doppelt traf, war er in Empoli erneut wieder nur Joker.

So wird das wohl auch gegen Juventus Turin sein. Der Serbe Filip Djordjevic ist erste Wahl.

Zu Hause ist Rom eine Macht, siegte in vier von fünf Spielen in dieser Spielzeit. Aber Turin hat überhaupt erst ein Mal verloren und mit Carlos Tevez (acht Tore) den gefährlichsten Stürmer der Liga in seinen Reihen.

Sie dominieren bisher mit 28 Punkten aus elf Spielen die Serie A ? und haben auch in der Champions League gute Chancen aufs Achtelfinale.

• AC Mailand – Inter Mailand

Die derzeitige Ausgangslage spricht leicht für die Gastgeber, geht es nach der Statistik haben die Gäste die Nase vorne. Soweit man im Giuseppe Meazza Stadion überhaupt von Heim- und Auswärtsmannschaft sprechen kann.

In 166 Partien konnte Inter 60 Mal, der AC 54 Mal gewinnen (bei 52 Unentschieden).

AC-Trainer Filipo Inzaghi ließ Stürmerstar Fernando Torres zuletzt auf der Bank. Der Spanier hat seit seinem Wechsel nur ein einziges Mal in neun Spielen getroffen.

Beide Teams stecken in einem Tief: Der AC Mailand ist seit vier Spielen sieglos, Inter konnte zuletzt drei Mal hintereinander keinen Dreier verbuchen und entließ Trainer Walter Mazzarri.

Rückkehrer Roberto Mancini feiert ausgerechnet im Stadtduell seinen Neueinstand. Er trainierte den Klub bereits von 2004 bis 2008. Unter ihm holte Inter drei Meistertitel und zwei Mal den Pokal. An diese Erfolge will Inter wieder anknüpfen.

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