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Manuel Neuer und Co. fordern Titelverteidiger Cristiano Ronaldo heraus. Die Diashow der Kandidaten ZUM DURCHKLICKEN
Manuel Neuer (l.) und Co. fordern Titelverteidiger Cristiano Ronaldo heraus © SPORT1

Berlin - Wer fordert Titelverteidiger Cristiano Ronaldo heraus? SPORT1 checkt die Chancen der Bundesliga-Spieler bei der Weltfußballer-Wahl. Am Montag soll gegen 17 Uhr der Sieger bekannt gegeben werden.

Die Weltfußballer-Wahl geriet in den vergangenen Tagen zum Politikum. UEFA-Präsident Michel Platini warb öffentlich für einen Sieger aus dem Weltmeisterland Deutschland und zog damit den Zorn von Real Madrid auf sich.

Für die "Königlichen" zählt nämlich nur Cristiano Ronaldos Titelverteidigung. In einem Statement auf der Real-Homepage erklärten sie, dass der Portugiese den Ballon d'Or gewinnen muss.

Am Montag dürfte es neue Diskussionen geben. Dann wird der Kandidatenkreis von 23 auf drei Spieler verkleinert. Die Nationalmannschaftstrainer und -kapitäne sowie die Journalisten haben abgestimmt.

Auch sechs Weltmeister dürfen sich Hoffnungen auf einen Trip nach Zürich machen, wo am 12. Januar der Sieger gekürt wird.

Mit Arjen Robben steht ein weiterer Bundesliga-Star auf der Liste. Der Spieler des FC Bayern lobte im Vorfeld seine Konkurrenten Ronaldo und Lionel Messi vom FC Barcelona.

"Für mich sind beide Spieler eine Klasse für sich. Sie sind wie zwei Monster", sagte Robben im Interview mit "Bundesliga.de".

Aber auch der Niederländer hat gute Aussichten, zu den Top 3 zu gehören.

SPORT1 checkt die Chancen der Bundesliga-Kandidaten.

- Mario Götze:

Mit seinem Geniestreich von Rio de Janeiro hat sich der 22-Jährige in den Favoritenkreis katapultiert. Bei den Bayern ruht sich Götze auf den Meriten seines Tors zum WM-Titel nicht aus.

Er kommt der Forderung von Karl-Heinz Rummenigge nach. "Götze muss durchstarten", sagte der Bayern-Boss vor Saisonstart in einem SPORT1-Interview. 10 Pflichtspieltore sind die passende Antwort.

Allerdings: Götze nimmt sich immer mal wieder eine Auszeit - wie gegen Ex-Klub Borussia Dortmund. Dieses Spiel sollte jeder Stimmberechtigte gesehen haben. Allein das dürfte seine Chancen schmälern.

SPORT1-Prognose: Götze hat gute Chancen den Ballon d'Or zu gewinnen - allerdings nicht 2014. Seine Zeit wird kommen, wenn Messi und Ronaldo vor dem Ruhestand stehen.

- Philipp Lahm:

Ginge es nach Johan Cruyff, dann wäre der Bayern-Kapitän mal an der Reihe. "Lahm spielt zwar nicht so auffällig, aber er kann auf fast jeder Position eingesetzt werden. Er hat eine vortreffliche Arbeit verrichtet", sagte der niederländische Vize-Weltmeister von 1974 jüngst dem spanischen Radio-Sender "Cadena Cope".

Die unauffällige Spielweise dürfte Lahms großer Nachteil sein. Die großen Zauberer sind bei der Wahl ihm Vorteil. 2006 bildete die große Ausnahme. Damals gewann der Italiener Fabio Cannavaro, der wie Lahm zuvor Kapitän einer Weltmeistermannschaft war.

SPORT1-Prognose: Der 31-Jährige wird es nicht in die Top 3 schaffen. Der geringe Spektakel-Faktor spricht gegen Lahm.

- Bastian Schweinsteiger:

Das WM-Finale geriet zu Schweinsteigers Heldenepos. Der blutende Krieger, der partout nicht vom Platz wollte und am Ende den Titel gewann, hat sich bei den Fans eingebrannt. Diese Bilder waren wie geschaffen für einen FIFA-Imagefilm.

Nach der Nacht von Rio begann Schweinsteigers Leidenszeit aber erst. Der Bayern-Profi fiel vier Monate aus und hatte deshalb keine Chancen, Werbung in eigener Sache zu betrieben.

SPORT1-Prognose: Schweinsteiger steht bei der Kür in Zürich im Fokus. Allerdings nur weil jeder wissen will, wem der neue DFB-Kapitän seine Stimmen gegeben hat. Mit den ersten drei Plätzen hat Schweinsteiger vermutlich nichts zu tun.

- Thomas Müller:

Der 25-Jährige übte Kritik an der Weltfußballer-Wahl. "Das ist eine subjektive Auszeichnung und keine objektive. Meine Auszeichnung ist das nicht, ich sehe mich nicht als Einzelkünstler", sagte Müller zuletzt zu SPORT1.

Dabei hat er auch in diesem Jahr neben ganzen Mannschaftstiteln Individualistenpreise abgeräumt. Der Silberne Ball für den zweitbesten WM-Spieler und der Silberne Schuh für den zweitbesten WM-Torschützen stehen in seinem Trophäenschrank.

Zudem hat sich bei den Nationaltrainern ein kleiner Müller-Fanklub gebildet. Spaniens Vincente del Bosque wählte ihn 2011 schon auf Platz drei. Gordon Strachan geriet nach der Länderspiel-Niederlage mit zwei Müller-Toren ins Schwärmen. "Müller ist eine Maschine", sagte der schottische Nationalcoach im September.

SPORT1-Prognose: Spaßvogel Thomas Müller, der FIFA-Boss Sepp Blatter Sprüche drückt, würde die Veranstaltung in Zürich mit Sicherheit auflockern. Doch der Torjäger wird Recht behalten: Der Ballon d'Or ist nicht seine Auszeichnung.

- Manuel Neuer:

Ein Torwart bei den Top 3 in Zürich wäre ein Novum. Neuer macht zuletzt auch alles, um sich zu tarnen. Bei der WM war der Keeper schon "Mister Überall", auch beim FC Bayern unterschiedet er sich zumeist nur durch sein Trikot von den Feldspielern.

Mit seiner Spielweise begeistert er die Fußballer, nach einem Hackentrick gegen Eintracht Frankfurt war sogar Gareth Bale aus dem Häuschen. Das Problem: Der walisische Kapitän spielt bei Real Madrid und muss deshalb Ronaldo wählen.

SPORT1-Prognose: Neuer ist der Weltmeister mit den besten Chancen auf die Top 3. Er kommt für einen der zwei freien Plätze neben Ronaldo infrage.

- Arjen Robben:

Der Niederländer vereint zwei Dinge, die ihm Stimmen einbringen sollten: Spektakel und Effektivität. Nach einer grandiosen WM zaubert er auch beim FC Bayern weiter und steht bereits bei acht Pflichtspieltoren.

Robben macht seine besten Spiele dann, wenn die ganze Welt zuschaut. Beim AS Rom drehte er in der Champions League auf, ebenso wenige Tage später gegen Borussia Dortmund.

Einen Fürsprecher hat Robben im eigenen Team. "Manuel Neuer oder Arjen Robben müssen es für mich werden, da gibt es keine zwei Meinungen", sagte Franck Ribery in der "Sport Bild".

SPORT1-Prognose: Für Robben gilt das gleiche wie Neuer. Er streitet sich um einen der zwei freien Plätze. Dass am Ende zwei Bayern-Spieler zu den Protagonisten in Zürich gehören, ist mehr als fraglich. Schließlich gibt es neben Ronaldo auch noch Lionel Messi, der zuletzt von Rekord zu Rekord jagte.

- Toni Kroos:

Der Mittelfeldstratege hat die Hälfte des Bewerbungsjahres für den FC Bayern gespielt. Mit dem Wechsel zu Real Madrid hat Kroos das nächste Level erreicht.

In den spanischen Medien werden bereits Vergleiche mit Zinedine Zidane bemüht. Jener Franzose, der drei Mal Weltfußballer wurde.

Zudem hat Kroos in den vergangenen 18 Monaten unglaubliche neun Titel geholt. Als Torschütze tritt er jedoch selten in Erscheinung, sieht man mal von seinem Doppelpack im WM-Halbfinale ab.

SPORT1-Prognose: Kroos musste sich lange den Vorwurf gefallen lassen, sein Riesenpotenzial nicht auszuschöpfen. Doch die Kriktiker sind verstummt. Kroos' Leistungen in Spanien werden honoriert. Bei der Weltfußballer-Wahl sollte es deshalb für die besten Zehn reichen. Mehr ist allerdings nicht drin.

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