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Reinhard Rauball ist Präsident des Deutschen Fußball-Liga (DFL)

Liga-Präsident Reinhard Rauball mahnt nach dem entlastenden Bericht der Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes FIFA zur doppelten WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 vor zu großer Zufriedenheit.

"Unabhängig von den Ergebnissen der Ethik-Kommission gibt es weiter gute Gründe, eine WM in Katar sehr kritisch zu sehen", sagte Rauball:

"Das Problem der unmenschlichen Hitze in den Sommermonaten besteht weiter, in der Diskussion um eine mögliche zeitliche Verlegung ist bislang keine Lösung in Sicht."

Des Weiteren "bestehen mit Blick auf die Menschenrechte und Arbeitsbedingungen weiterhin erhebliche Zweifel, ob diese Themen wirklich mit der nötigen Ernsthaftigkeit angegangen werden", sagte der 67-Jährige:

"Die jetzt bekannt gegebene Bewertung der Ethik-Kommission kommt nicht überraschend. Auch wenn eine seriöse inhaltliche Bewertung des Berichts direkt nach Veröffentlichung kaum möglich ist, hat sich die Tendenz angesichts der immer wieder verzögerten Bekanntgabe auch für Außenstehende abgezeichnet."

Rauball gab aber zu bedenken, dass "der FIFA bei der Aufklärung keine staatsanwaltlichen Aufklärungsmittel wie Durchsuchungen, Abhörmaßnahmen oder Beschlagnahmungen zur Verfügung stehen".

Die FIFA-Ethikkommission hatte am Donnerstag mit dem vorläufigem Abschluss ihrer Ermittlungen die Gastgeber der kommenden beiden Endrunden von jeglichen Korruptions-Vorwürfen freigesprochen. Vor allem die WM 2022 in Katar steht dennoch massiv in der Kritik, weil am Persischen Golf offenbar teils unmenschliche Arbeitsbedingungen herrschen.

Hier weiterlesen: FIFA-Ethiker waschen Blatter rein

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