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Franz Beckenbauer will mit der FIFA erstmal nichts mehr zu tun haben

Franz Beckenbauer ist offenbar erneut ins Visier von Anti-Korruptions-Ermittlern der Ethikkommission des Weltverbandes FIFA geraten.

Nach Informationen der "Welt am Sonntag" sollen die Fahnder ihre Untersuchungen in Bezug auf den "Kaiser" wegen einer Katar-Reise des 69-Jährigen im Oktober 2009 ausgeweitet haben.

Auf Anfrage der Zeitung äußerte sich Beckenbauer, der bei der umstrittenen Vergabe der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Katar im Dezember 2010 der entscheidenden FIFA-Exekutive angehört hatte, mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht.

Eine Bestätigung der FIFA für die Ausweitung der Ermittlungen steht noch aus.

Für den Ehrenpräsidenten des FC Bayern würde neuerliches Interesse der FIFA-Ermittler zum zweiten Mal binnen weniger Monate Ungemach mit dem Weltverband bedeuten.

Erst im vergangenen Sommer war der Kapitän der deutschen Weltmeister-Elf von 1974 und Teamchef von Deutschlands Weltmeister-Mannschaft von 1990 von der FIFA vorübergehend für sämtliche Aktivitäten im Fußball gesperrt worden, nachdem der ehemalige Rekordnationalspieler Fragen zu den infrage gestellten WM-Vergaben vorläufig nicht beantwortet hatte.

2009 hatte Beckenbauer 14 Monate vor Katars Wahl zum WM-Gastgeber 2022 mit dem Sportberater Fedor Radmann das Emirat besucht. Der damals für Katars Rivale Australien arbeitende Radmann, mit dem Beckenbauer Deutschlands erfolgreiche WM-Bewerbung für 2006 organisiert hatte, sollte die Araber laut "WamS" bei der Visite zu einem Verzicht zugunsten seiner Auftraggeber bewegen.

Die Verbindung zu Beckenbauer habe durch eine Absprache bestanden, wonach Australien dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) für die Frauen-WM 2011 den Vortritt lässt und im Gegenzug Unterstützung bei seiner Kandidatur für das Männer-Turnier 2022 bekommt.

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