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Michael Garcia ist seit 2012 Vorsitzender der FIFA-Untersuchungskammer

Für Chefermittler Michael J. Garcia (USA) sind in der Krise beim Fußball-Weltverband nach Ansicht des früheren FIFA-Reformers Mark Pieth (Schweiz) Rücktritt oder Verrat derzeit die einzigen realistischen Handlungsoptionen.

Die US-Zeitung "USAToday" zitiert den Basler Governance-Experte mit seiner Hoffnung, dass Garcia den über 400 Seiten umfassenden und bislang von der FIFA geheim gehaltenen Bericht über seine Ermittlungsergebnisse auf Umwegen in die Öffentlichkeit lancieren wird.

"Es wäre jetzt sicher auch ein guter Moment für einen Rücktritt. Aber hoffentlich wird er seinen Bericht durchsickern lassen", wird Pieth von "USAToday" wiedergegeben: "Wir müssen seine Erkenntnisse einfach haben, und meine Erfahrung ist, dass in den USA alles irgendwie durchsickert, wenn das helfen kann."

An Garcias Protest bei der FIFA gegen die Wertung seiner Ermittlung durch Spruchkammer-Chef Hans-Joachim Eckert (München) knüpft Pieth, der während seiner FIFA-Tätigkeit auch die Ethikkommission in ihrer jetzigen Form etabliert hatte, keine allzu hohen Erwartungen: "Ich habe keine große Hoffnungen. Mir wäre lieber, die weltweite Meinung wäre der Richter, denn wir wollen Garcias Bericht sehen."

Im Falle einer vorsätzlichen Weiterleitung seiner Unterlagen könnten Garcia außer einer Kündigung allerdings auch hohe Schadenersatzforderungen treffen.

Laut dem Fachmagazin "kicker" soll der frühere US-Bundesanwalt für seine bisherigen Nachforschungen für die FIFA zu den Manipulationsvorwürfen bei der Vergabe der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Katar schon acht Millionen Dollar kassiert haben.

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