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Thiago Silva (r.) ist nicht mehr Kapitän der brasilianischen Nationalmannschaft

Der Streit um das Kapitänsamt in der Selecao ist beigelegt: Einen Tag nachdem Brasiliens entmachteter Spielführer Thiago Silva Kritik an Trainer Carlos Dunga und Superstar Neymar geäußert hatte, ruderte der Verteidiger des französischen Fußballmeisters Paris St. Germain zurück.

Silva erklärte, er habe ein "sehr gutes Gespräch" mit dem neuen Kapitän Neymar geführt. "Er ist für mich wie ein Bruder. Ich habe ihm gesagt, was ich denke, aber das beeinträchtigt unsere Freundschaft nicht", sagte der 30-Jährige.

Auch mit Dunga, dem Silva vorgeworfen hatte, ihm ohne Absprache die Kapitänsbinde abgenommen zu haben, traf sich der Innenverteidiger zu einem Gespräch unter vier Augen.

"Ich war etwas besorgt, weil ich keine Ahnung hatte, wie er meine Worte aufnimmt. Ich wollte einiges klarstellen", sagte Silva und stellte erleichtert fest: "Er hat meine Entschuldigung akzeptiert. Jetzt bin ich erleichtert."

Silva hatte vor der Partie gegen Österreich in Wien am Dienstag verbal um sich geschlagen.

"Zu sagen, dass ich glücklich bin, wäre eine Lüge. Es ist ein trauriger Moment, aber auch Teil des Fußballs", sagte Silva, der die Selecao bei der Heim-WM als Spielführer aufs Feld geführt hatte, zuletzt allerdings auf die Reservebank verbannt worden war: "Es ist so, als hätte man dir etwas genommen, was dir gehörte."

Für Dunga, der sportlich mit fünf Siegen in fünf Spielen erfolgreich seine zweite Amtszeit auf dem Selecao-Trainerstuhl begonnen hat, war es bereits der zweite interne Problemfall.

Im September schickte der Weltmeister-Kapitän von 1994 Maicon auf der USA-Reise vorzeitig nach Hause, nachdem der Rechtsverteidiger von Italiens Topklub AS Rom zu spät nach einem freien Tag zur Mannschaft zurückgekehrt war.

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