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Brasiliens Trainer Carlos Dunga will die Selecao zurück an die Spitze führen. Bei SPORT1 spricht er über Borussia Dortmund und macht einem Bundesliga-Trio Hoffnung.

Von Martina Farmbauer

Brasiliens neuer Nationalcoach Carlos Dunga will seinen WM-Triumph als Spieler mit der Selecao wiederholen.

"Es gibt viele Beispiele, aber ich und meine Geschichte sind ein Bezugspunkt", sagte Carlos Dunga im Gespräch mit SPORT1, dem ersten seit seinem erneuten Amtsantritt mit einem Medium in Deutschland.

Der einstige Mittelfeldspieler stand nach dem vorzeitigen Scheitern Brasiliens bei der WM 1990 massiv in der Kritik, führte das Team aber vier Jahre später in den USA zum vierten WM-Titel.

2010 wurde er nach dem frühen WM-Aus in Südafrika als Nationaltrainer vom Hof gejagt, nun ist er zurück.

"Du darfst Dich nicht allzu sehr von dem beeindrucken lassen, was geredet wird", sagte Carlos Dunga SPORT1. "Aber Du musst Dich einer Selbstanalyse unterziehen und versuchen, jeden Tag Dein Bestes zu geben."

Mit dieser Demut, Engagement und Effizienz will der einstige Bundesligaprofi des VfB Stuttgart (1993 bis 1995) nun die Selecao nach dem desaströsen 1:7 des Gastgebers im WM-Halbfinale gegen Deutschland aus der Krise holen.

Dabei orientiert er sich auch an Borussia Dortmund.

Nach dem Spiel gegen Österreich in Wien besuchte Dunga den BVB und führte ein Gespräch mit Trainer Jürgen Klopp.

"Das Wichtigste ist die Teamarbeit. Die Persönlichkeiten kommen natürlich heraus, aber zuerst muss es ein Mannschaftsspiel geben", erklärte der 51-Jährige danach sein Credo: "So ist das bei Dortmund: Die Borussia hatte ein gutes Mannschaftsspiel und dann Einzelspieler, die herausstachen. Einige wurden verkauft, andere kommen nach."

Dunga lobte die Arbeit der Dortmunder: "Das Dortmunder Team ist seit einigen Jahren zusammen, es hat ein gutes Mannschaftsspiel. Und Jürgen Klopp hat auch wichtige Spieler verloren und trotzdem hat seine Mannschaft immer noch eine gute Leistung gebracht, auch wenn derzeit der Wurm drin ist. Vor zwei Jahren stand die Borussia noch im Finale der Champions League."

Auch die brasilianischen Bundesliga-Legionäre hat er im Blick.

Allen voran Roberto Firmino von 1899 Hoffenheim, der beim 2:1 vergangene Woche in Österreich den Siegtreffer schoss.

"Es sind vier Jahre bis zur Weltmeisterschaft. Er hat viele Möglichkeiten. Gegen die Türkei hat er gut gespielt, sich gut bewegt. Als ich Firmino nominiert habe, habe ich schon gesagt, dass er den Torriecher hat, den er gegen Österreich dann auch gezeigt hat. Dass er Tore macht wie nur wenige", sagte Dunga im Gespräch mit SPORT1.

Auch für Rafinha und Dante vom FC Bayern München sei die Tür nach wie vor offen: "Sie haben ebenfalls vier Jahre", erklärte Dunga: "Das Wichtige ist, immer bereit zu sein. Man weiß nie, wann die Gelegenheit kommt."

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