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DFB-Präsident Wolfgang Niersbach lässt sich mit der "Blatter-Frage" Zeit
Wolfgang Niersbach ist seit März 2012 DFB-Präsident © getty

In der Diskussion über die WM-Endrunde 2022 in Katar will Präsident Wolfgang Niersbach vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) den Druck auf die Gastgeber zur Verbesserung der Menschenrechte durch ein Ultimatum des Weltverbandes FIFA erhöhen.

"Aus Sicht des DFB wäre es auch im Interesse Katars zielführend, einen Zeitraum zu definieren, an dessen Ende eine unabhängige Institution wie beispielsweise Amnesty International oder der Internationale Gewerkschaftsbund die Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen prüft und abschließend bewertet", sagte der Kandidat für die FIFA-Exekutive dem "Spiegel" und nannte Ende 2015 als denkbare Frist.

Niersbachs Vorstoß lenkt nach den Debatten der vergangenen Wochen über den Umgang mit dem Korruptionsverdacht über den Vergaben der WM-Turniere 2018 an Russland und 2022 wieder auf Katars schon lange kritisierte Arbeitsbedingungen besonders für Ausländer.

Immer wieder lösten in den vergangenen Monaten erschütternde Berichte über zahlreiche Todesfälle und menschenunwürdige Lebensbedingungen auf den Baustellen für das WM-Turnier weltweit Empörung aus.

Katars Regierung stellte kürzlich eine Reform seines traditionellen Kafala-Systems schon bis Anfang kommenden Jahres in Aussicht, nachdem sich zuvor mehrere Ankündigungen für Verbesserungen als leere Versprechungen erwiesen hatten.

Eine Vorgehensweise mit der finalen Androhung des WM-Entzuges wie von Niersbach angeregt würde einen zeitnahen Beschluss der FIFA-Exekutive erfordern.

Der DFB-Chef kann seine Pläne zumindest vorerst noch nicht selbst forcieren: Bis Mai sitzt noch sein Vorgänger Theo Zwanziger in der "Regierung des Weltfußballs".

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