Neuer gehört zu Recht zu den Top 3 bei der Weltfußballer-Wahl. Doch ob er gegen Messi und Ronaldo eine Chance hat, ist fraglich.

Nun steht es also fest: Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Manuel Neuer sind nach Ansicht der FIFA die drei besten Fußballer des Planeten.

Dieses Trio wurde am Montag für die Weltfußballer-Wahl auf der Gala am 12. Januar in Zürich nominiert.

Andere Klassespieler gehen dagegen leer aus, etwa die Weltmeister Thomas Müller, Toni Kroos und Philipp Lahm oder der bärenstarke Arjen Robben.

Der große Aufschrei wird in Deutschland dennoch ausbleiben, schließlich hat es erstmals seit Oliver Kahn vor zwölf Jahren überhaupt wieder ein Deutscher in die Top 3 geschafft.

Damals wurde der Nationaltorwart für eine überragende WM 2002 belohnt, landete allerdings zu Recht hinter Ronaldo auf Platz zwei. ?El Fenomeno? hatte sein Team schließlich im Finale mit zwei Treffern zum Titel geschossen - und Kahn dabei entscheidend gepatzt.

Diesmal ist die Ausgangslage eine ganz andere: Neuer spielte auch im Endspiel von Rio überragend und hatte dank seines fehlerlosen Turniers riesengroßen Anteil am vierten WM-Triumph.

Deshalb ist seine Nominierung hochverdient, der erste Ballon d?Or für einen DFB-Star seit Lothar Matthäus 1991 aber deshalb keinesfalls gesichert. Eher im Gegenteil.

Denn in den letzten Jahren ging die Tendenz bei der Wahl eindeutig zum stärksten Individualisten und nicht zum besseren Teamplayer, der Neuer zweifelsohne im Vergleich zu seinen Rivalen ist.

2010 etwa triumphierte Messi, obwohl er weder mit Barca noch mit Argentinien international etwas gewonnen hatte. Und im Vorjahr jubelte Ronaldo, obwohl er mit Real Madrid zuvor keinen einzigen Titel geholt hatte.

Gleichzeitig brachen die beiden Superstars allerdings in dieser Zeit einen Torrekord nach dem anderen, und auch in dieser Saison geht das Wettballern weiter:

Messi krönte sich letzte Woche zum besten Champions-League-Torjäger aller Zeiten, Ronaldo hatte in den ersten zwölf Partien in der Primera Division sensationelle 20 Treffer erzielt.

Da kann Neuer nicht mithalten, der bislang lediglich im Elfmeterschießen des Champions-League-Finales 2012 gegen Chelsea auch als Torschütze glänzte. Der Bayern-Keeper wäre trotzdem ein würdiger Gewinner: Als Belohnung für sein modernes Torwartspiel, sein unglaubliches Können und natürlich den WM-Sieg.

Doch ob das die Trainer und Kapitäne der Nationalmannschaften sowie die ausgewählten Journalisten aus sämtlichen 209 FIFA-Mitgliedsländern von Andorra über Panama bis Vanuatu ebenso sehen, daran muss man leider ernsthafte Zweifel haben.

Video
teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel