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Andreas Pereira Manchester United Cristiano Ronaldo
Andreas Pereira (l.) sprach mit SPORT1 über Manchester United und Idol Cristiano Ronaldo © twitter/andrinhopereira

Manchester - Manchester Uniteds Juwel Andreas Pereira spricht bei SPORT1 über seine ersten Schritte als Profi und Cristiano Ronaldos Rat.

Der Trophäenschrank der Familie Pereira ist bereits gut gefüllt.

Oben die Auszeichnungen von Andreas Pereira, Jungprofi in Diensten von Manchester United. Unten die von Vater Marcos. Der Brasilianer sicherte sich einst den Titel bester Torjäger in Belgiens zweiter Spielklasse.

Und bald, so hofft die Familie, sollen neue Exponate hinzukommen. Denn Andreas hat in dieser Saison den nächsten Karriereschritt geschafft, gehört seit Sommer dem Profikader von United an. 2011 überzeugte Sir Alex Ferguson den Mittelfeldspieler persönlich davon, nach Manchester zu kommen, nachdem Pereira bei einem Jugendturnier beeindruckt hatte.

Inzwischen ist Pereira, der sowohl einen belgischen als auch einen brasilianischen Pass besitzt, U-20-Nationalspieler Brasiliens und hat bereits unter Louis van Gaal sein Profi-Debüt gefeiert.

Im SPORT1-Interview spricht der 18-Jährige über die Erfahrung, plötzlich mit Starspielern wie Wayne Rooney und Angel Di Maria zu trainieren, und beschreibt die Erwartungen des Cheftrainers. Ein Treffen mit Cristiano Ronaldo hat Spuren hinterlassen.

SPORT1: Herr Pereira, Sie sind 2011 als Fünfzehnjähriger zu Manchester United gewechselt. Was macht für Sie den Klub aus?

Andreas Pereira: Das ist einfach einer der besten Klubs der Welt, die Spieler, die hier spielen, gehören zu den besten der Welt. Die Fans genauso. Das Old Trafford ist immer ausverkauft, das ist etwas sehr Spezielles.

SPORT1: Wie lange glauben Sie, wird es dauern, bis Sie es als fester Bestandteil ins Team geschafft haben?

Pereira: Das ist jetzt mein erstes Jahr bei den Profis, da kommt es darauf an, sich anzupassen, viel zu lernen. Nächstes Jahr hoffe ich noch mehr Fortschritte zu machen. Vielleicht schaffe ich es dann in ein oder zwei Jahren.

SPORT1: Gibt es Mitspieler, die Ihnen auf dem Weg dahin helfen?

Pereira: Ja, da gibt es einige wie Darren Fletcher. Auch Michael Carrick und Anderson sprechen viel mit mir und erklären mir, was ich tun soll und was ich besser lassen soll. Auch im Training zeigen sie, wie ich die Pässe spielen soll.

SPORT1: Ist Fletcher für Sie auch so etwas wie ein Vorbild?

Pereira: Kann man sagen, er hat schon alles mitgemacht, hat die Champions League gewonnen, Premier-League-Titel geholt. Er ist das perfekte Vorbild, auch weil er in meiner Position spielt.

SPORT1: Haben Sie noch andere Vorbilder?

Pereira: Ja, Ronaldo. Er ist der beste Spieler der Welt. Ich habe mit ihm gesprochen, ihn nach dem Länderspiel Argentinien gegen Portugal hier in Manchester getroffen.

SPORT1: Was hat Ronaldo Ihnen geraten?

Pereira: Er hat gesagt: "Harte Arbeit ist das alles Entscheidende". Es tut gut, so was von jemandem wie Ronaldo zu hören: Es ist nicht nur das Talent, was dich groß macht.

SPORT1: Wie ist es für Sie als junger Spieler, auf einmal neben Wayne Rooney, Angel Di Maria und anderen Stars auf dem Feld zu stehen?

Pereira: Am Anfang ist das schon erstmal hart, du siehst sie ja die ganze Zeit im Fernsehen spielen, du spielst mit diesen Namen auf der Playstation und von einem Tag auf den anderen bist du mit ihnen in der Umkleide, trainierst und sprichst mit den Stars. Doch man gewöhnt sich dran. Das sind alles normale Leute, sie sind nicht arrogant und arbeiten hart. Es ist eine Ehre, mit ihnen zu spielen.

SPORT1: Unternehmen Sie mit den Spielern auch etwas privat?

Pereira: Ja, mit Spielern wie David De Gea und auch Angel Di Maria mache ich viel, wir spielen FIFA an der Playstation zusammen, es ist wie in einer Familie. Wenn man jeden Tag mit den anderen Spielern zusammen ist, stärkt das auch das Selbstvertrauen.

SPORT1: Was glauben Sie, erwartet Coach Louis van Gaal von Ihnen?

Pereira: Ich denke, er erwartet sehr viel, Manchester United ist ein großer Klub, da sind die Anforderungen für einen Spieler entsprechend groß.

SPORT1: Was verlangen Sie von sich selbst als Mittelfeldspieler?

Pereira: Ich denke, ich will ein kompletter Mittelfeldspieler sein, sowohl angreifen als auch verteidigen können. Ich muss einfach weiter Fortschritte machen, jetzt ist es erstmal das Ziel mehr Minuten in der Ersten Mannschaft zu bekommen.

SPORT1: Van Gaal gilt als Förderer junger Spieler. Könnte das Ihnen zugute kommen?

Pereira: Ich weiß nicht, er ist ein sehr guter Trainer und mag junge Spieler, das könnte mir helfen. Ich lerne jeden Tag mit ihm.

SPORT1: Beim FC Bayern ist van Gaal oft mit viel Temperament auf dem Trainingsplatz gestanden, wie ist das in Manchester?

Pereira: Ich kann das natürlich nicht vergleichen. Hier sagt er genau, was gemacht werden soll. Er legt viel Wert auf Disziplin, ist auch streng. Wenn du was falsch machst, sagt er es dir gleich. Aber auch, wenn was gut läuft.

SPORT1: Wie schätzen Sie die Lage von United nach der aktuellen Erfolgsserie ein?

Pereira: Gut, wir können jetzt zeigen, dass wir jede Woche stärker und stärker werden. Es ist gut, dass die Konkurrenz das sieht und spürt, dass wir auch die anderen großen Klubs schlagen können.

SPORT1: United ist in dieser Spielzeit international nicht dabei. Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Mitspieler die Champions League in dieser Saison immer im Hinterkopf haben?

Pereira: Ja, ein Klub wie United muss in der Champions League vertreten sein. Wir müssen da wieder hinkommen, das Jahr dafür jetzt durchziehen, das weiß hier jeder.

SPORT1: Welche Träume haben Sie für Ihre Karriere?

Pereira: Ich möchte natürlich in der Champions League auf dem Platz stehen und irgendwann den Titel mit United holen.

Andreas Pereira mit seinem Vater Marcos

SPORT1: Sie haben im August im League Cup gegen Milton Keynes Dons Ihr erstes Spiel für die Profis bestritten. Wie war die Premiere?

Pereira: Für mich wurde ein Traum wahr. Ein Traum, auf dem ich mich mein ganzes Leben gefreut und auf den ich hingearbeitet habe. Ich habe so viel dafür gearbeitet. Natürlich habe ich mir auch vorher ausgemalt, wie es sein würde. Ich kam in der zweiten Hälfte, es war ein sehr guter und zufriedenstellender Moment. Das Trikot von meinem ersten Einsatz habe ich mir aufgehoben.

SPORT1: Was hat van Gaal nach dem Spiel gesagt?

Pereira: Er war unzufrieden, weil wir verloren hatten und forderte noch mehr zu arbeiten. Zwei Tage nach dem Spiel hat er doch mal mit mir allein gesprochen und gesagt, dass ich es gut gemacht hätte, aber natürlich noch viel lernen müsste

SPORT1: Ihr Vater war früher selbst Profispieler, wie groß ist sein Einfluss?

Pereira: Alles, was ich bisher geschafft habe, habe ich ihm zu verdanken. Er bringt mir alles bei, hilft mir, wenn ich Probleme habe, spreche ich auch mit ihm, er hat ja schon alles erlebt. Ich vergleiche mich aber nicht mit ihm, er war Stürmer, ich bin Mittelfeldspieler, das sind unterschiedliche Rollen.

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