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Toni Kroos startete seine Profikarriere 2007 beim FC Bayern München II
Toni Kroos startete seine Profikarriere 2007 beim FC Bayern München II © SPORT1

München - Der Jugendklub von Toni Kroos darf auf Geld von Real Madrid hoffen. Im Januar trifft man sich. Bei SPORT1 spricht der Sportchef.

Das hätten die Verantwortlichen von Real Madrid wohl auch nicht gedacht, dass ihnen eines Tages einmal eine Mahnung eines deutschen Sechstligisten ins Haus flattert.

Im Sommer waren Trainer Carlo Ancelotti und die Bosse der "Königlichen" überglücklich, als Weltmeister Toni Kroos nach langem Hin und Her seinen Wechsel vom FC Bayern bekannt gab.

Die Ablösesumme an den FC Bayern soll bei rund 30 Millionen Euro gelegen haben.

Doch nun sollen die Madrilenen noch einmal zahlen.

Der Greifswalder SV schickte dem Champions-League-Sieger eine Mahnung über rund 60.000 Euro.

Dem Verein aus Mecklenburg-Vorpommern beansprucht nämlich als Rechtsnachfolger des insolventen Greifswalder SC, bei dem Kroos als Jugendlicher spielte, ein Teil der Ablösesumme.

Eine erste Rechnung habe Real ignoriert, der nächste Schritt sei der zum Weltverband FIFA.

Sportchef ganz entspannt

"Wir müssen jetzt natürlich den Weg des eigentlichen Geschäftsgebaren einhalten", sagt Daniel Gutmann im Gespräch mit SPORT1.

Der 2. Vorsitzende und Sportdirektor der Greifswalder fügt aber ganz entspannt hinzu: "Nachdem wir eine Rechnung geschrieben und ein Zahlungsdatum definiert hatten, dieses aber nicht eingehalten wurde, waren wir nun gezwungen, den nächsten Schritt zu gehen und das war das offizielle Mahnschreiben. Je nachdem, wie sich die Sache weiter entwickelt, muss dann noch ein zweites und drittes Mahnschreiben rausgehen."

Weitere rechtliche Schritte

Danach müsse man sich "Gedanken über weitere Schritte machen. Diese rechtlichen Regularien müssen einfach eingehalten werden."

Der Hintergrund: Bei einem Transfer stehen allen Vereinen eines Spielers, bei denen er ab seinem zwölften Lebensjahr gespielt hat, 0,25 Prozent der Transfersumme pro Spielzeit zu.

Drittligist Hansa Rostock, bei denen Kroos zwischen 2002 und 2006 unter Vertrag stand, erhielt rund 300.000 Euro der Ablöse in Höhe von rund 30 Millionen Euro.

"Mit Real in gutem Kontakt"

Gutmann glaubt jedenfalls weiter daran, dass sein Verein das Geld erhalten wird. "Ich persönlich bin noch sehr guter Hoffnung. Wir standen mit Real in dieser Sache bereits in gutem Kontakt", sagt der 31-Jährige.

Es habe bereits einen Brief von Madrid gegeben, "in dem man uns detailliert die Entstehung der Summe aufgeschlüsselt hat und uns mitteilte, dass wir in einem bestimmten Text die Summe in Rechnung stellen sollen - mit dem zuständigen Freistellungsbescheid unseres Finanzamtes."

Und weiter: "An der Stelle habe ich auch erkannt, dass Real durchaus gewillt ist, diesen Betrag an uns zu zahlen."

Treffen mit Kroos im Januar

Nach der Interpretation der Verantwortlichen sei es "von Anfang an klar" gewesen, dass dem Sechstligisten das Geld zusteht. "Natürlich gab es diese Rechtsnachfolge der beiden Vereine, dennoch war es für uns relativ schlüssig, weil uns immer alle Unterlagen vorlagen."

Von Kroos selbst gab es bisher in der Sache kein Statement, Gutmann steht aber in Kontakt mit dessen Vater Roland. Und bald soll es zu einem Treffen mit dem Ex-Bayern-Spieler kommen.

"Jetzt gibt es einen Termin am Wochenende 30. Januar - 2. Februar 2015, wo wir eine offizielle Einladung von der Kinder-Akademie Real Madrids bekommen haben", so Gutmann.

"Im Sommer gab es ein Jugendcamp in Greifswald und jetzt kam die Einladung und wir werden dann im Januar nach Madrid fliegen und dort auch Toni treffen."

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