vergrößernverkleinern
Son Heung-Min (l.) und Koo Ja-Cheol starten für Südkorea beim Asien-Cup
Son Heung-Min (l.) und Koo Ja-Cheol starten für Südkorea beim Asien-Cup © getty

Die beteiligten Spieler blicken auf ein Highlight, die Bundesligisten üben heftige Kritik. Stielike startet mit Südkorea.

Melbourne/München - Für die Bundesligisten ein Ärgernis, für ihre asiatischen Profis eine Ehre:

Wenn am Freitag (ab 10 Uhr LIVESCORES) mit der Begegnung des Gastgebers Australien gegen Kuwait das 16. Turnier um den Asien-Cup (bis 31. Januar) beginnt, sind insgesamt zwölf Profis aus dem deutschen Fußball-Oberhaus dabei.

Die Bundesligisten müssen in der Vorbereitung auf die Rückrunde auf die Spieler verzichten.

"Das ist eine Katastrophe. Wir zahlen die Gehälter, damit unsere Spieler sich dort auf den Festspielen austoben können", sagte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der "Sport Bild".

Mainz stellt die meisten Spieler ab

Mit dem Japaner Shinji Kagawa und dem australischen Keeper Mitchell Langerak muss der BVB zwei Akteure freistellen, die damit für den Abstiegskampf zunächst nicht zur Verfügung stehen.

Noch härter trifft es den FSV Mainz 05, der gleich drei Spieler abstellen musste. "Als Profi habe ich bisher einen Titel gewonnen, das war der Asien-Cup 2011 in Katar", betonte Shinji Okazaki, der in der Liga-Hinrunde bereits achtmal traf, die Bedeutung seiner Teilnahme im "kicker".

Schließlich habe er aufgrund des damaligen Triumphes mit Japan den Sprung nach Europa geschafft.

Ärgernis für die Bundesliga

Dort sieht man den Asien-Cup, der erstmals seit 1956 nicht auf asiatischem Boden ausgetragenen wird, wie den kurz später beginnenden Afrika-Cup (17. Januar bis 8. Februar) hauptsächlich als Ärgernis - die Belastung für die Spieler sei nach einem WM-Turnier einfach zu groß.

"Die DFL wäre gefordert, die Meinungen aller Bundesligavereine abzuklären", wünscht sich Präsident Martin Kind von Hannover 96: "Und es ist klar, dass wir dafür sind, diese Turniere aus dem Winter wegzubekommen."

Doch auf die Probleme der deutschen Klubs können die teilnehmenden Nationen sechs Monate nach der aus asiatischer Perspektive wenig erfolgreichen WM keine Rücksicht nehmen - es geht um viel Prestige.

Japan und Australien als Favoriten

Rekord-Asienmeister Japan und Gastgeber Australien gelten dabei als heiße Anwärter auf den Titel.

Gleiches gilt für Südkorea mit Uli Stielike auf der Bank. Stielike trat im September sein Amt mit dem Ziel an, die "Taeguk Warriors" beim Asien-Cup zum ersten Titel seit 55 Jahren und danach zur neunten WM-Teilnahme in Serie 2018 nach Russland zu führen.

"Uli Stielike wird außerdem helfen, die Strukturen im südkoreanischen Fußball zu verbessern", begründete ein Sprecher des Verbandes KFA die Entscheidung für den 60 Jahre alten Ex-Star von Borussia Mönchengladbach und Real Madrid als Nachfolger des zurückgetretenen Rekordnationalspielers Hong Myong-Bo.

Stielike mit Südkorea

"Diese Mannschaft verfügt über eine exzellente Qualität. Ich bin fest davon überzeugt, dass Südkorea ein Top-Team im internationalen Fußball werden kann. Ich blicke einer glänzenden Zukunft entgegen", sagte der 42-malige Nationalspieler und Europameister von 1980 und setzte sich und sein Team unter Druck.

Nach einigen Testländerspielen beginnt die Zukunft für Südkorea definitiv am kommenden Samstag (6.00 Uhr) mit dem Auftaktspiel gegen den Oman in Canberra.

Sydney, Brisbane, Melbourne und Newcastle sind die weiteren Spielorte an der australischen Ostküste. Nach den Gruppenspielen beginnt die K.o.-Runde mit dem Viertelfinale. Das Endspiel findet am 31. Januar (10.00 Uhr) in Sydney statt. Der Turniersieger wird Asien beim Confed-Cup 2017 in Russland vertreten.

Die Bundesliga-Profis beim Asien-Cup:

Japan: Shinji Kagawa (Borussia Dortmund), Gotoku Sakai (VfB Stuttgart), Makoto Hasebe, Takashi Inui (beide Eintracht Frankfurt), Hiroshi Kiyotake (Hannover 96), Shinji Okazaki (FSV Mainz 05)Südkorea: Heu-Ming Son (Bayer Leverkusen), Jin-Su Kim (1899 Hoffenheim), Joo-Ho Park, Ja-Cheol Koo (beide FSV Mainz 05)Australien: Mitchell Langerak (Borussia Dortmund), Robbie Kruse (Bayer Leverkusen)

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel