Es gibt viele Argumente für Ronaldos Wahl zum Weltfußballer. Trotzdem hätte es nur einen Sieger geben dürfen: Manuel Neuer.

Die Wahl von Cristiano Ronaldo zum Weltfußballer ist sicher keine große Überraschung, denn aufgrund seines weltweiten Bekanntheitsgrades und seiner individuellen Klasse war der Portugiese der klare Favorit auf den Ballon d?Or.

Man mag noch viele weitere gute Gründe für Ronaldo finden, allen voran seine unfassbare Tor-Quote.

Und dennoch meine ich: Im Sinne der Idee des Spiels ist die Wahl falsch. 2014 hätte es nur einen Sieger geben dürfen, und zwar Manuel Neuer.

Denn Fußball ist und bleibt ein Mannschaftssport, am Ende zählt nur der Sieg des Teams.

Und da hat Neuer überragenden Anteil am größtmöglichen aller Titel gehabt, der Weltmeisterschaft.

Es war ja nicht nur das Achtelfinale gegen Algerien mit seinen grandiosen Ausflügen aus dem Tor, in dem die deutsche Nummer 1 der Matchwinner war und der DFB-Auswahl das Weiterkommen sicherte.

Auch im Viertelfinale mit seinem Last-Minute-Reflex gegen Frankreichs Benzema und sogar beim 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien, als er mehrfach überragend parierte, verdiente er sich Bestnoten.

Und im Endspiel überlegten die frei auf ihn zulaufenden Higuain und Messi zu lange, weil sie es gegen Zerberus Neuer eben ganz genau machen wollten - und vergaben daher die möglicherweise vorentscheidende Führung.

Der deutsche WM-Sieg war klassisches Teamwork, aber ohne Neuer wäre es ziemlich sicher nichts geworden mit dem vierten Stern.

Wie klein nehmen sich dagegen die Erfolge von Cristiano Ronaldo im letzten Jahr aus: Mit Portugal scheiterte er auf der größten Bühne, der WM, kläglich in der Vorrunde.

Deutlich besser lief es zwar mit Real Madrid, aber: In der Meisterschaft schnappte Lokalrivale Atletico den "Königlichen" den Titel weg, beim Erfolg im Pokalfinale schaute Ronaldo verletzt zu und beim gewonnenen Champions-League-Endspiel tauchte der Stürmerstar ebenfalls lange unter.

Fazit: Der FC Bayern und vor allem Deutschland haben ihre Titel dank Neuer gewonnen, Real Madrid mit Ronaldo. Geglänzt hat der Portugiese 2014 vor allem in den weniger wichtigen Spielen.

Als bester Fußballer muss aber meines Erachtens derjenige ausgezeichnet werden, durch den die eigene Mannschaft eine Klasse besser wird. Auch wenn es sich nur um einen seriösen Torhüter und keinen spektakulären Torjäger handelt.

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