Zürich - Franz Beckenbauer hat eine Erklärung für Ronaldos Wahl zum Weltfußballer parat. Karl-Heinz Rummenigge adelt Manuel Neuer.

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Die Entscheidung ist gefallen.

Cristiano Ronaldo ist der Weltfußballer des Jahres 2014. Der Portugiese nahm am Abend in Zürich den goldenen Ball für den besten Fußballer des vergangenes Jahres entgegen.

Für Ronaldo ist es nach 2008 und 2013 die dritte Auszeichnung

Neuer nur Dritter

Für Deutschlands Weltmeister Manuel Neuer, der sich als erster Torhüter in der Geschichte Chancen auf den Titel ausgerechnet hatte, blieb am Ende nur Platz drei.

Lionel Messi, der die Trophäe bereits vier Mal mit nach Hause nehmen konnte, reihte sich auf dem zweiten Rang ein.

Nicht alle waren im Anschluss mit der Entscheidung einverstanden, im Netzt überschlugen sich die Ereignisse.

Für Ex-Bundesligaprofi Hans Sarpei ist Neuer der "Weltmeister der Herzen", er selbst geht mit "einem Lächeln" nach Hause.

SPORT1 fasst die Reaktionen zur Weltfußballer-Wahl zusammen.

Franz Beckenbauer:

"Es war fast zu erwarten. Die Torhüter haben nun einmal einen schweren Stand. Manuel Neuer ist mit Abstand der beste Torhüter der Welt, dafür ist er auch ausgezeichnet worden. Aber die Leute lieben die Tricks von Ronaldo und Messi mehr. Sie sehen lieber das Toreschießen als das Toreverhindern. Natürlich ist das ungerecht. Ronaldo ist bei der WM früh ausgeschieden, aber scheinbar wird das Spektakuläre eher anerkannt als das Sachliche."

Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandschef Bayern München):

"Toll, dass nach Franck Ribery zum zweiten Mal in Folge ein Spieler von Bayern München unter den besten Drei der Welt ist. Wir sind wahnsinnig stolz auf Manuel Neuer. Der dritte Platz ist eine weitere Bestätigung seiner außergewöhnlichen Leistungen. Er hatte ein super Jahr mit einer unglaublichen Weltmeisterschaft gespielt und auf der Torwartposition neue Maßstäbe gesetzt. Er hätte es absolut verdient gehabt, auch diese Weltfußballer-Wahl zu gewinnen."

Manuel Neuer (Weltmeister und Drittplatzierter):

"Ich verlasse dieses Haus mit einem Grinsen. Es ist ein gewonnener Tag für mich. Das ganze Jahr 2014 war einfach unglaublich für mich, wir haben so viele Erfolge feiern dürfen. Es wird für immer in Erinnerung bleiben."

Philipp Lahm (deutscher Weltmeister-Kapitän):

"Schade für Manuel, wir hätten es ihm alle in Deutschland gewünscht. Alle drei sind überragende Fußballer, die anderen beiden schießen halt viele Tore. Er kann in den nächsten Jahren immer Welttorhüter werden, ich glaube, die Auszeichnung ist genug und Manu ist trotzdem zufrieden. In der Weltauswahl hätte ich mir andere Spieler neben mir in der Abwehr gewünscht, aber man muss die Kirche im Dorf lassen: Alle, die in der Weltelf stehen, stehen berechtigt da. Aber es hätte auch andere gegeben."

Ottmar Hitzfeld (Ex-Trainer von Bayern München und Borussia Dortmund):

"Man muss akzeptieren, dass Trainer, Kapitäne und Journalisten aus aller Welt wählen. Offensivspieler sind immer spektakulärer. Ich habe Neuer die Daumen, vielleicht ist die Zeit noch nicht reif, dass es ein Torhüter wird. Aber er hat ein erstes Mal angegriffen, nächstes Jahr kann er wieder angreifen."

Arjen Robben (Bayern München):

"Ich hätte es Manuel gegönnt, er hätte es verdient, aber Du bist abhängig von den Leuten, die wählen. Er kann trotzdem stolz sein auf das, was er geleistet hat. Unter den letzten Dreien zu sein, ist etwas Wahnsinniges."

"Ich hätte mich riesig für Manu gefreut, weil er im vergangenen Jahr weltweit herausragend war. Er hat mit seinen Leistungen, insbesondere bei der WM, Maßstäbe gesetzt. Trotzdem Respekt und Anerkennung für Christiano Ronaldo, der ein fantastischer Fußballer ist."

Ron-Robert Zieler (Nationaltorhüter):

"Ich hätte mich riesig für Manu gefreut, weil er im vergangenen Jahr weltweit herausragend war. Er hat mit seinen Leistungen, insbesondere bei der WM, Maßstäbe gesetzt. Trotzdem Respekt und Anerkennung für Cristiano Ronaldo, der ein fantastischer Fußballer ist."

Stimmen zur Wahl von Joachim Löw als Welttrainer des Jahres:

Ottmar Hitzfeld: "Löw ist der Architekt des deutschen Fußballs. Er ist immer ruhig geblieben bei der WM. Er hat den Titel nach Deutschland geholt, von daher ist verdient gewählt worden."

Christian Seifert (Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung):

"Herzlichen Glückwunsch! Joachim Löw hat diese Auszeichnung mehr als verdient. Der WM-Titel ist die Bestätigung ausgezeichneter Arbeit in den vergangenen Jahren. Zumal die deutsche Nationalmannschaft unter seiner Führung bereits bei den Welt- und Europameisterschaften seit 2008 immer mindestens das Halbfinale erreicht hat."

Toni Kroos (Nationalspieler, Real Madrid):

"Carlo Ancelotti hat genauso Großes geleistet, aber eine WM ist nur alle vier Jahre, deshalb hat Joachim Löw es verdient. Es sind beides Top-Trainer. Ich habe das Glück, unter beiden arbeiten zu dürfen."

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