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München - Die Task Force der FIFA will die WM 2022 im Winter beginnen lassen. Das Turnier in Katar würde den Spielplan durcheinander wirbeln. SPORT1-Experte Thomas Berthold erwartet Klagen.

Ein Wintermärchen in der Wüste und Public Viewing auf dem Weihnachtsmarkt: Die umstrittene Fußball-WM 2022 in Katar soll im November/Dezember stattfinden. Das Finale könnte am 23. Dezember steigen.

Darauf verständigte sich am Dienstag in Doha die von der FIFA einberufene Terminfindungskommission, bestehend aus Vertretern des Weltverbandes, der Kontinentalverbände sowie der finanzstärksten Ligen und der Vereine.

"Natürlich gibt es Vor- und Nachteile bei allen vorgeschlagenen Terminen. Es gibt aber eine Lösung - November/Dezember", sagte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke. In einer Mitteilung des Weltverbandes hieß es zudem, dass "der Vorschlag die Unterstützung aller sechs Kontinentalverbände" habe. 

Die finale Entscheidung auch über einen von der Task Force angedachten verkürzten Spielplan wird das Exekutivkomitee der FIFA am 19./20. März fallen - das Treffen der mächtigen Personen in Zürich dürfte aber nicht mehr als ein Abnick-Termin sein.

Für Nassar Al-Khatar ist der Termin ohnehin nicht von Relevanz. "Nein, wir werden vorbereitet sein, egal ob das Turnier im Sommer oder Winter stattfindet. Das gilt für jede Termin-Entscheidung der internationalen Gemeinschaft", sagte der Geschäftsführer des WM-Organisationskomitees im Vorjahr zu SPORT1.

Widerstand aus Europa 

Um 8.00 Uhr/MEZ waren die rund 40 Delegierten im Qatar National Convention Center zusammengekommen, weniger als zwei Stunden später stand der Vorschlag an das Exko bereits fest. Heftigen Widerstand dürfte es bei den Diskussionen vor allem aus Europa gegeben haben. Die FIFA erklärte jedoch, dass nur der November/Dezember als möglicher Ausweichtermin in Frage kommen könne.

Der andere Winter-Termin im Januar und Februar beispielsweise, unter anderem bevorzugt von UEFA-Chef Michel Platini, wäre in erheblichem Maße mit den zeitgleich stattfindenden Olympischen Winterspielen kollidiert.

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, gleichzeitig Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), hatte dem deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach ohnehin schon sein Wort gegeben. "Wir haben die klare Zusage des FIFA-Präsidenten, dass es zu keiner Konfrontation kommen wird", sagte Bach. Die Spiele in Almaty oder Peking sollen vom 4. bis 20. Februar stattfinden.

Große Hitze im Juni und Juli

Aufgrund der großen Hitze im Wüsten-Emirat Katar zur traditionellen WM-Zeit in den Sommermonaten Juni und Juli war überhaupt erst die Diskussion über einen neuen Termin entbrannt.

Eine Vorverlegung um lediglich ein paar Wochen in das Frühjahr hinein hatte unter anderem Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ins Spiel gebracht. Die FIFA sah in diesem Vorschlag wegen des zeitgleichen Ramadans und der unter Umständen bereits zu hohen Temperaturen aber nicht die angestrebte Ideallösung.

Somit dürfte es Rummenigge, der in Doha als Vorsitzender der europäischen Klub-Vereinigung ECA von AC Mailands Geschäftsführer Adriano Galliani vertreten wurde, fortan primär um die finanzielle Entschädigung gehen.

"Das wird unser Geschäft beeinflussen", hatte der 59-Jährige mit Blick auf die Saisonunterbrechungen von Bundesliga, Premier League und Co. gesagt: "Die Kosten können nicht von den Vereinen übernommen werden."

Berthold glaubt an Klage

SPORT1-Experte Thomas Berthold glaubt an eine Klage.

"Die Premier League wird auf jeden Fall klagen. Die haben kurz darauf ihren Boxing Day, den werden die sich nicht nehmen lassen. Wenn die ankündigen, dass sie klagen, dann werden sie nicht den Schwanz einziehen. Die haben so viel Geld, deshalb ist so eine FIFA-WM egal. Denen geht es um das eigene Produkt", sagt der Weltmeister von 1990.

Was auch immer die FIFA an wen auch immer zahlen wird - die deutschen Fußball-Fans müssen sich wohl oder übel auf Glühwein statt Bier einstellen. Ein erfolgreiches Abschneiden der DFB-Elf und ein weiterer Titel könnte dann aber immerhin zu einem netten Weihnachtsgeschenk werden.

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