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Brennende Fahrzeuge
Bei den Ausschreitungen in Kairo kamen 19 Menschen ums Leben © Imago

Ägypten wird erneut von einer Fußball-Katastrophe erschüttert: Nur drei Jahre nach der Tragödie von Port Said mit 74 Todesopfern kamen am Sonntag bei Krawallen in Kairo 19 Menschen ums Leben.

Eine neuerliche Zuschauer-Tragödie hat Ägyptens Fußball erneut  ins Zentrum innenpolitischer Konflikte gerückt.

Einen Tag nach den gewalttätigen Ausschreitungen bei einem Erstliga-Spiel in Kairo mit offiziell 19 Todesopfern und über 20 Verletzten machten sich die Sicherheitsbehörden und Fans gegenseitig für die zweite tödliche Stadion-Katastrophe am Nil binnen drei Jahren verantwortlich.   

Massenpanik bricht aus

Am Tag nach den verhängnisvollen Krawallen bei der Premier-League-Begegnung zwischen Zamalek Kairo und dem Lokalrivalen ENPPI Club im Stadion der Luftverteidigung der ägyptischen Metropole nannte das Innenministerium den Andrang von Fans ohne Eintrittskarten als Ursache für den Ausbruch der Massenpanik.   

"Bei vielen der Todesopfer sind Quetschungen festgestellt worden, bei manchen auch Genickbrüche. Die Menschen sind übereinander getrampelt. Niemand wurde durch Schüsse oder Gummigeschosse verletzt", sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Montagvormittag.   

"Zamalek-Fans wollten sich mit Gewalt Zugang verschaffen. Wir mussten dafür sorgen, dass kein öffentlicher Besitz beschädigt wird", hatte die Regierungsbehörde schon am Sonntag mitgeteilt.

"Ein Massaker"

Hauptsächlich das Lager der Zamalek-Fans verbreitete eine andere Darstellung. Die "Weißen Ritter" des Hauptstadt-Klubs bezeichneten die Geschehnisse auf ihrer Facebook-Seite als "ein Massaker".

Demnach löste die Polizei den Aufruhr durch den Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen aus, als vor der einzig geöffneten Eingangsschleuse die wachsende Menschenmenge lautstark weitere Zugangsmöglichkeiten zur Arena forderte.   

Die Zamalek-Fans zogen auch eine Verbindung zum Verhalten der Polizei 2012 bei der Tragödie von Port Said. Vor drei Jahren waren inmitten der politischen Umwälzungen im Land der Pharaonen in der Hafenstadt bei der Begegnung zwischen Al-Masry und Al-Ahly 74 Menschen bei einer Stadion-Panik zu Tode getrampelt, erstochen oder erschlagen worden.

Fragwürdige Rolle der Polizei

Polizeikräfte schritten damals kaum ein und wurden danach beschuldigt, Al-Ahlys Anhänger wegen ihrer bedeutenden Rolle beim Sturz des früheren Staatspräsident Hosni Mubarak geradezu geopfert zu haben.   

Die Folgen der neuen Eskalation der Gewalt sind schwer abzusehen. Nach der Katastrophe in Kairo, bei der das Spiel während des Überlebenskampfes von mehreren Hundert Besuchern bizarrerweise weiterlief, setzte die Regierung die Meisterschaft bis auf Weiteres aus.

Nur 10.000 Zuschauer zugelassen

Für die Zeit nach dem Liga-Stopp ist außerdem zu erwarten, dass die gerade erst vor wenigen Wochen wieder für Zuschauer geöffneten Punktspiele - in Kairo waren aus Sicherheitsgründen nur 10.000 Zuschauer zugelassen - längere Zeit wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden müssen.   

Im sportlichen Bereich dürfte sich der Niedergang des ägyptischen Fußballs fortsetzen. Aufgrund der Abwanderung der besten Spieler ins Ausland wegen des ungeregelten Spielbetriebs erlitten die Spitzenvereine wie auch die Nationalmannschaft schon in der jüngeren Vergangenheit herbe Rückschläge.

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