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FBL-EUR-SPORT-UEFA, Gianni Infantino
Gianni Infantino ist Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union © Getty Images

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger (69) ist nach seinem Alleingang gegen seinen Nachfolger Wolfgang Niersbach in Europa vollkommen isoliert. "Das ist peinlich für ihn und traurig für den Fußball", kommentierte Gianni Infantino (45), Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union (UEFA), Zwanzigers Vorgehen: "Wir haben das im Exekutivkomitee besprochen und lehnen die Handlungsweise von Herrn Zwanziger vollumfänglich ab."

Zwanziger hatte bei der Ethikkommission des Weltverbandes FIFA Niersbachs Vergütungsvereinbarung mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) angezweifelt und um Prüfung gebeten. Das FIFA-Gremium stellte keinerlei Unregelmäßigkeiten fest. "Er hat versucht - offensichtlich völlig chancenlos - eine Klage einzureichen und das Image des DFB zu schädigen", sagte Infantino: "Das ist für uns völlig unverständlich - das kann von niemandem verstanden werden."

Der frühere DFB-Boss reagierte mit Unverständnis. "Die Vorwürfe sind absolut nicht gerechtfertigt", sagte Zwanziger bei Spiegel Online: "Ich wundere mich ein bisschen, dass die UEFA-Funktionäre nichts Wichtigeres zu tun haben."

Zwanziger, vor vier Jahren vom UEFA-Kongress ins FIFA-Exko gewählt, habe in den vergangene beiden Jahren "an keiner unserer Sitzungen teilgenommen", berichtete Infantino: "Wenn man über Good Governance und Demokratie spricht, sollte man auch teilnehmen und Entscheidungen akzeptieren."

Auch dies, so konterte Zwanziger, entbehre jeder Grundlage. Er habe sich strikt an die Regeln des Kontinentalverbands gehalten, die Interessenskollisionen verbieten. Da er im Auftrag der FIFA Reformen bei der Uefa durchsetzen sollte, habe er nicht gleichzeitig an deren Sitzungen teilnehmen können. Damit habe er freiwillig auf Entschädigungen verzichtet. "Anderen sind diese Regeln offensichtlich egal", sagte Zwanziger.

Der 69-Jährige sitzt noch bis zum 29. Mai im FIFA-Exko - sein Nachfolger wird auch im Weltverband Niersbach, der am Dienstag vom UEFA-Kongress in die Regierung des Weltfußballs bestellt wird.

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