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Michel Platini, Präsident der UEFA, in Paris
UEFA-Präsident Michel Platini kann sich auch eine europäische Sportpolizei vorstellen © Getty Images

UEFA-Präsident Michel Platini hat zu Beginn des 39. Kongresses der Europäischen Fußball-Union eindringlich zum gemeinsamen Kampf gegen Nationalismus und Extremismus aufgerufen.

"Dieses Ziel muss durch eine Verschärfung der Stadionverbote auf europäischer Ebene erreicht werden und, ich wiederhole es, durch die Schaffung einer europäischen Sportpolizei", sagte der Franzose.

Er "appelliere erneut an die Einsicht der Behörden, um zu verhindern, dass wir eine nicht allzu ferne finstere Vergangenheit, eine Vergangenheit, in der Hooligans und Fanatiker jeglicher Art in bestimmten europäischen Stadien das Sagen hatten, nicht noch einmal erleben müssen", sagte Platini: "Es ist sehr lange her, seit wir in Europa zuletzt einer so starken Zunahme von Nationalismus und Extremismus gegenüberstanden. Diese schleichende Tendenz ist in unseren Stadien wiederzufinden, da der Fußball einen Spiegel der Gesellschaft darstellt."

Die vergangenen Monate seien geprägt gewesen "von Bildern, die ich nicht mehr für möglich gehalten hätte", sagte der 59-Jährige, der in Wien in seine dritte Amtszeit bestätigt wird: "Einige unter uns haben diese Zeit miterlebt. Für mich liegt sie genau 30 Jahre zurück und niemand möchte dies jemals wiedererleben."

Die UEFA fühle sich aber "an diesen Fronten, an denen wir kämpfen", etwas auf sich alleine gestellt.

"Wir können jedoch nur dann als Sieger hervorgehen, wenn wir von den Behörden unterstützt werden. Sie sind - wir sind - weder Gesetzgeber noch Magistraten noch Polizisten", sagte er in Richtung der 54 UEFA-Verbände: "Wir kämpfen allein mit unseren eigenen Mitteln. Mit begrenzten Mitteln."

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