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Jose Maria Marin wurde am Mittwoch auf Antrag der US-Justiz verhaftet
Jose Maria Marin wurde am Mittwoch auf Antrag der US-Justiz verhaftet © Getty Images

Auf drastische Weise hat sich Brasiliens Fußball-Verband CBF kurz nach der Verhaftung seines bisherigen Vizepräsidenten Jose Maria Marin im FIFA-Skandal von seinem früheren Chef distanziert.

An der Frontfassade des bisher nach Marin benannten CBF-Sitzes in Rio de Janeiro wurde einen Tag nach der Festnahme des 83-Jährigen vor dem Kongress des Weltverbandes in Zürich dessen Namenszug entfernt. Bereits am Tage seiner Verhaftung war Marin auf unbestimmte Zeit von allen Funktionen im Verband suspendiert worden.

Marin, der den CBF von 2012 bis zum vergangenen Monat als Präsident geführt hatte, gehörte am vergangenen Mittwoch zu den neun auf Antrag der US-Justiz in der Schweiz verhafteten Fußball-Funktionären.

Der Organisationsche der WM 2014 soll in langjährige Korruptionsmachenschaften im internationalen Fußball in dreistelliger Millionenhöhe verwickelt sein. Zu den inhaftierten Beschuldigten gehört auch der brasilianische Medien-Manager Jose Margulies.

Marins Sprung an die CBF-Spitze hatte vor drei Jahren ursprünglich einen Neuanfang im Lande des Rekordweltmeisters bedeuten sollen. Sein Vorgänger Ricardo Teixeira war als langjähriger Strippenzieher im brasilianischen und internationalen Fußball berüchtigt und als hochgradig korrupt verschrien.

Nach Offenlegung von Gerichtsakten im FIFA/ISL-Skandal durch die Schweizer Justiz mit Nachweisen für Schmiergelder in Millionenhöhe für den damaligen CBF-Chef setzte sich der ehemalige Schwiegersohn des früheren und ebenfalls der Bestechlichkeit überführten FIFA-Bosses Joao Havelange ins Ausland ab.

Die Verhaftung Marins, der vor Monatsfrist für den neuen CBF-Präsidenten Marco Polo Del Nero Platz machte und seither als "Vize" amtierte, stellt auch die Organisatoren der Olympischen Spiele im nächsten Jahr in Rio de Janeiro vor ein Problem.

Der CBF-Funktionär gehörte auch dem Organisationskomitee der kommenden Sommerspiele an der Copacabana an.

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