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Joseph S. Blatter bleibt für vier weitere Jahre FIFA-Präsident
Joseph S. Blatter bleibt für vier weitere Jahre FIFA-Präsident © Getty Images

München - Nach seiner umstrittenen Wiederwahl als FIFA-Präsident nimmt der Schweizer zum "Sturm der vergangenen Tage" Stellung. Die Pressekonferenz zum Nachlesen.

Joseph S. Blatter bleibt Chef des Weltverbands FIFA. Der Schweizer wurde beim Kongress am Freitag trotz aller Vorwürfe zum fünften Mal zum Präsidenten gewählt - allerdings scheiterte der 79-Jährige an der Zweidrittel-Mehrheit. Eine kleine Ohrfeige. 

"Ich bin nicht perfekt. Aber ich werde die FIFA meinem Nachfolger in einem sehr guten Zustand übergeben", sagte Blatter nach seiner Wiederwahl: "Let's go, FIFA!" (Der FIFA-Kongress zum Nachlesen im TICKER)

Nach der außerordentlichen Sitzung des Exekutivkommitees bat die FIFA am Samstagmittag in Zürich zur abschließenden Pressekonferenz. Blatter nahm dabei nicht nur zu seiner Wiederwahl Stellung, sondern äußerte sich auch zum "Sturm der vergangenen Tage". 

SPORT1 hat seine Statements zum Nachlesen im TICKER zusammengefasst.

+++ 12.39 Uhr: Blatter verabschiedet sich +++

"Wir werden in Zukunft kommunikativer sein und Ihnen mehr Informationen geben", verspricht der 79-Jährige den Journalisten zum Abschluss.

+++ 12.38 Uhr: Blatter nimmt UEFA in die Pflicht +++

"Das Kontrollsystem, das jetzt bei der FIFA herrscht, muss auch bis herunter zu den Landesverbänden ausgebaut werden. Die FIFA ist wie eine Pyramide. Wir haben jetzt an der Spitze diese Probleme, aber weiter unten gibt es eben keine unabhängigen Ethikkommissionen. Das gilt es zu ändern. Die UEFA ist der reichste Verband und sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen und Verantwortung übernehmen", fordert der Schweizer.

+++ 12.34 Uhr: Zum drohenden Absprung von Sponsoren +++

"Wir stehen im Kontakt mit unseren Sponsoren und Partnern. Wir befinden uns gemeinsam in dieser Situation. Persönliche Besuche bei den Unternehmen sind geplant", meint Blatter.

+++ 12.32 Uhr: Über das angespannte Verhältnis zur UEFA +++

"Heute Morgen im Meeting, bei dem der UEFA-Präsident auch anwesend war, haben wir gemeinsam Entscheidungen bezüglich der Weltmeisterschaften getroffen. Das hilft dem Verhältnis zur UEFA. Die UEFA braucht die FIFA und umgekehrt", betont Blatter.

+++ 12.31 Uhr: Blatter wäscht seine Hände in Unschuld +++

"Natürlich sind das Einzeltäter. Und jeder ist selbst verantwortlich für sein ethisches und moralisches Verhalten. Ich kann das als FIFA-Präsident nicht alles überwachen. Und die Mitglieder des Exekutivkommitees werden auch nicht vom FIFA-Kongress, sondern den Konföderationen gewählt", so Blatter.

+++ 12.29 Uhr: Blatter hat ein reines Gewissen +++

"Wenn korrekt ermittelt wird, besorgt mich das nicht. Dann mache ich mir keine Gedanken um meine Person", hat Blatter offensichtlich keine Sorge, dass er der nächste inhaftierte Funktionär werden könnte.

+++ 12.27 Uhr: Blatter über die Wiederwahl +++

"Ich bin auf zwei Ebenen erleichtert. Erstens, weil ich wiedergewählt wurde. Und zweitens, weil mir die gute Stimmung heute Morgen im Exekutivkommitee das Gefühl gibt, nicht alleine zu sein."

+++ 12.26 Uhr: Kein Statement zu Warner +++

"Ich werde solche Fragen nicht beantworten. Wir werden die Untersuchungen abwarten", sagt Blatter auf die Frage nach den angeblichen Schmiergeldzahlungen an den Ex-Funktionär Jack Warner.

+++ 12.22 Uhr: "Der Präsident von allen"

"Ich bin von 133 Verbänden gewählt worden, aber ich bin der Präsident von allen - auch von denen, die mich nicht gewählt haben", gibt sich Blatter versöhnlich. Und schiebt nach, dass er die persönlichen Angriffe einiger Gegner dennoch nicht vergessen werde.

+++ 12.18 Uhr: Zur WM 2026 +++

Das Exekutivkommitee hat beschlossen, dass sich alle Verbände außer den an der WM 2022 beteiligten bewerben dürfen - Asien scheide deshalb aus, so Blatter.

+++ 12.17 Uhr: Blatter spielt die Vorfälle herunter +++

"Es geht hier um Aktivitäten einer Marketingfirma in Nordamerika, die weit in der Vergangenheit liegen. Ich sehe daher nicht, wie die FIFA hier direkt zur Verantwortung gezogen werden könnte, auch wenn einige Verdächtige Mandate hatten", redet Blatter den Skandal klein.

+++ 12.15 Uhr: Blatter will aus Fehlern lernen +++

"Die Nachwehen des Sturms der vergangenen Tage spüren wir immer noch. Aber wir haben im Exekutivkommitee entschieden, dass wir gemeinsam daran arbeiten und mit unseren eigenen Institutionen - der Ethik-, Disziplinar- und Verbandskommission - dagegen vorgehen wollen, um solche Situationen für die Zukunft zu vermeiden", so der Schweizer.

+++ 12.13 Uhr: Neuerung bei der FIFA +++

"Wir werden eine eigene Abteilung für den Profi-Fußball gründen, in der die Vereine und Ligen vertreten sind", kündigt Blatter an.

+++ 12.12 Uhr: Zum gestrigen Kongress +++

Blatter über die Auseinandersetzung zwischen Israel und Palästina während des FIFA-Kongresses: "Vielleicht kann der Fußball ein Vorreiter zur Lösung des Konflikts zwischen diesen beiden Ländern sein"

+++ 12.09 Uhr: Nicht Fisch, nicht Fleisch +++

"Als Präsident übernehme ich die Verantwortung für den Sturm der letzten Tage, teile sie aber auch mit dem Exekutivkommitee. Wir werden daran arbeiten, dass Schiff der FIFA wieder in einen ruhigen Hafen bringen", sagt Blatter.

+++ 12.06 Uhr: Blatter ist da +++

Der FIFA-Boss nimmt in der Mitte Platz und begrüßt die Journalisten: "Ich bin glücklich, dass ich wiedergewählt wurde und ein Mandat für weitere vier Jahre an der Spitze erhalten habe. Trotz der Verwirrungen der letzten Tage gab es über 130 Verbände, die mir ihr Vertrauen ausgesprochen haben", sagt der Schweizer.

+++ 11.52 Uhr: Die PK verzögert sich noch etwas +++

Wie ein FIFA-Mitarbeiter gerade im Presseraum verkündet hat, gibt es in Zürich wohl ein Tonproblem, das der Grund für die Verzögerung sein soll. Man arbeite bereits daran.

+++ 11.49 Uhr: Wichtige Meldung vorab +++

Die UEFA erhält auch bei den kommenden beiden Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Katar 13 Startplätze. In drei Jahren werden mit dem festen Platz für den Gastgeber sogar 14 UEFA-Teams an den Start gehen.

Das entschied das neu zusammengestellte Exekutivkomitee des Weltverbands FIFA mit DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Samstag. Alle Kontinentalverbände behalten demnach ihren Status quo.

+++ 11.41 Uhr: Das Warten geht weiter +++

Neben Blatter werden gleich auch FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke und der Pressesprecher Walter De Gregorio auf dem Podium Platz nehmen.

+++ 11.37 Uhr: Wo bleibt Blatter? +++

Die Pressekonferenz in Zürich sollte eigentlich schon um 11.30 Uhr beginnen, aber der Schweizer lässt noch auf sich warten.

+++ 11.21 Uhr: Gill tritt zurück +++

Der Brite David Gill hat wegen der Wiederwahl des umstrittenen FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter wie erwartet seinen Dienst im neuen Exekutivkomitee des Weltverbands nicht angetreten.

Der frühere Boss von Manchester United hatte seinen Schritt mit der tiefen FIFA-Krise, die nur mit einem Wandel zu bewältigen wäre, begründet.

+++ 11.15 Uhr: Putin gratuliert +++

Russlands Staatspräsident Wladimir Putin hat FIFA-Präsident Joseph S. Blatter zur Wiederwahl ins höchste Amt des Weltverbandes gratuliert und den 79-Jährigen trotz aller Skandale in den höchsten Tönen gelobt.

"Putin ist sich sicher, dass Blatters Erfahrung, Professionalität und hohes Maß an Autorität es ihm erlauben werden, die weltweite Reichweite und Beliebtheit des Fußballs weiter zu vergrößern", zitieren russische Nachrichtenagenturen Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

+++ 11.01 Uhr: Keine Reaktion aus Washington +++

US-Präsident Barack Obama hält sich aus der Debatte über die Zukunft der FIFA heraus. Das Weiße Haus verzichtete am Freitag zwei Tage nach den von US-Behörden beantragten Festnahmen von hochrangigen Funktionären in Zürich auf eine Reaktion auf die Wiederwahl des umstrittenen FIFA-Chefs Joseph S. Blatter für eine fünfte Amtszeit als Präsident.

"Das ist eine Entscheidung dieser Organisation, die sich gerade in schwerem Aufruhr befindet. Sie haben sie zu treffen, und wir lassen sie sie auch treffen", sagte Obamas Sprecher Josh Earnest.

+++ 10.18 Uhr: Warner leugnet Korruption +++

Der frühere FIFA-Vizepräsident Jack Warner hat die Vorwürfe gegen seine Person wegen Korruption im Zusammenhang mit Fußball-Geschäften zurückgewiesen.

Auf einer Pressekonferenz in Port of Spain bezeichnete der nach einem Haftbefehl aus den USA gegen Kaution freigelassene Ex-Minister die Ermittlungen der US-Behörden als Vergeltungsmaßnahme für die Niederlage bei der Bewerbung um die WM-Endrunde 2022 gegen Katar.

Warner, der 2011 wegen Verstößen gegen den FIFA-Ethikcode aus dem Weltverband ausgeschlossen wurde, zeigte drei Tage nach seiner vorübergehenden Festnahme keinerlei Anzeichen für Bereitschaft zur Kooperation mit den US-Ermittlern: "Als sie mich ins Gefängnis steckten, dachten sie, sie würden mich brechen, aber im Gegenteil: Sie haben mich nur stärker gemacht."

+++ 9.20 Uhr: Blatter droht Europa +++

Europa muss sich nach der Wiederwahl von FIFA-Boss Joseph S. Blatter auf schwere Zeiten im kriselnden Weltverband einstellen.

Der am Freitag für eine fünfte Amtszeit gewählte Verbandschef warf seinen europäischen Widersachern im Schweizer Fernsehen "Hass" gegen seine Person vor und drohte seinem französischen Amtskollegen Michel Platini vom europäischen Verband UEFA unverhohlen einen Gegenschlag für die öffentliche Forderung nach seinem Rücktritt vor dem Kongress an.

"Ich verzeihe jedem, aber ich vergesse nicht", sagte der 79-Jährige.

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