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Sylvia Schenk war früher Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer
Sylvia Schenk war früher Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer © getty

Die UEFA spielt im Skandal beim Weltverband FIFA aus Sicht von Anti-Korruptions-Expertin Sylvia Schenk eine enttäuschende Rolle.

"Mir scheint, dass die UEFA überhaupt keine Strategie hat", sagte die Leiterin der Arbeitsgruppe Sport bei Transparency International (TI) am Donnerstag.

Die Drohung der UEFA mit einem Boykott der für Freitag geplanten Präsidenten-Wahl beim FIFA-Kongress in Zürich ist für Schenk Augenwischerei: "Momentan hat es den Anschein, als ob bei der UEFA jeder versucht, seine Haut zu retten. UEFA-Präsident Michel Platini gehört doch bei der FIFA selbst zur Exekutive. Wahrscheinlich hat die UEFA auch Angst, dass sie ihre eigenen Reihen gegen Blatter nicht geschlossen bekommt", sagte die 62-Jährige.

Aus Sicht von Schenk dürfte sicherlich der nächste WM-Gastgeber Russland einen einheitlichen Auftritt der Europäer in Zürich verhindern: "Ich habe nicht den Eindruck, dass der russische Sportminister Witali Mutko gegen Joseph S. Blatter stimmen würde oder seine Wahl boykottieren wollte."

Die UEFA-Delegation beim FIFA-Kongress hatte am Mittwoch nach den Festnahmen der hochrangigen Funktionäre eine Verschiebung der Präsidenten-Wahl gefordert.

Sollte der Weltverband ungeachtet der Ereignisse von Mittwoch weiterhin an der ursprünglichen Agenda für den Kongress festhalten, war von UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino ein Boykott der Wahlen durch die Vertreter des Alten Kontinents in Aussicht gestellt worden.

"Ein Boykott", meinte Schenk dazu, "ist immer falsch." Darüber hinaus forderte sie die deutschen und europäischen Funktionäre im SWR-Interview zu mehr Einsatz für nachhaltige Reformen auf: "Sie müssen die wunden Punkte ansprechen."

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