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Franz Beckenbauer
Franz Beckenbauer kennt sich nach vielen Jahren bei der FIFA bestens aus © Getty Images

Nach den "Hass"-Vorwürfen des wiedergewählten FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter gegenüber der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat Franz Beckenbauer die Verbände zu einem Dialog aufgerufen.

Beckenbauer hatte selbst über Jahre dem Exekutiv-Komitee der FIFA angehört.

"Ich denke, dass sie im Moment weit auseinander sind. Das Einzige, was hilft, ist die Kommunikation", sagte Beckenbauer am Samstag im Berlin und forderte: "Die sollten sich schleunigst zusammensetzen. Denn das, was derzeit stattfindet, ist nicht nur für die Verbände, sondern auch für den Fußball schädlich."

Beckenbauer rechnet allerdings nicht mit einem raschen Ende des Konflikts. "Ich denke, die UEFA hat sich schon sehr lautstark zu den ganzen Vorgängen geäußert. Man kann davon ausgehen, dass sie das Thema noch behandeln werden. Man darf gespannt sein, wie die Reaktion aussieht", sagte Beckenbauer mit Blick auf Berlin, wo sich die UEFA in der kommenden Woche vor dem Champions-League-Finale treffen wird.

Der Fußball-"Kaiser" hätte sich bei den Präsidentschaftswahlen einen klareren Auftritt der UEFA gewünscht.

"Wenn man eine Veränderung will, sollte man sich zeigen und nicht nur mit dem Finger auf einen zeigen", meinte der 69-Jährige.

Wie Beckenbauer weiter betonte, hätten die Europäer mit einem anderen Gegenkandidaten zu Blatter deutlich mehr erreichen können.

"Man hätte klarer sagen sollen, wir sind die Herausforderer. Aber es gab keinen Herausforderer. Man hat einen Asiaten unterstützt, den Prinz Ali, der ziemlich unbekannt ist in der Fußball-Welt. Man konnte davon ausgehen, dass er überhaupt keine Chance gegen Sepp Blatter hat."

Blatter hatte zuvor seinen europäischen Widersachern im Schweizer Fernsehen "Hass" gegen seine Person vorgeworfen und seinem französischen Amtskollegen Michel Platini von der UEFA mit einem Gegenschlag gedroht: "Ich verzeihe jedem, aber ich vergesse nicht", hatte Blatter erklärt.

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