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FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat in seiner Rede auf dem 65. FIFA-Kongress in Zürich zur Einigkeit des Fußballs aufgerufen und sich selbst aus der Schusslinie gebracht.

"Diese Ereignisse haben einen langen Schatten auf den Kongress und den Fußball geworfen. Versuchen wir, diesen Schatten verschwinden zu lassen! Wir können nicht zulassen, dass der Ruf des Fußballs, der FIFA in den Dreck gezogen wird", sagte der Schweizer Amtsinhaber am Tag der Präsidentschaftswahl.

Erneut lehnte Blatter (79) ab, persönliche Konsequenzen aus dem neuerlichen Skandal um die Verhaftung von FIFA-Funktionären am Mittwoch zu ziehen. "Die Schuldigen, die dahinter stehen - wenn sie denn als schuldig verurteilt werden - sind Einzelpersonen. Es ist nicht die gesamte Organisation", sagte Blatter. "Es sind Einzelne, die vergessen haben, dass sich unser Fußball auf Disziplin, Respekt und Fair Play stützt."

Er räumte eine gemeinsame Verantwortung mit dem Exekutivkomitee der FIFA ein. "Und ich bin gerne dazu bereit, diese Verantwortung zu teilen und auch zu tragen. Wir sind an einem Scheideweg. Deshalb müssen wir uns zusammenschließen, nach vorne blicken und weitermachen", sagte Blatter. "Wir können nicht andauernd alle kontrollieren."

Der Weltverband war am Mittwoch von zwei voneinander unabhängigen Ermittlungen der US- sowie der Schweizer Behörden erschüttert worden. Sieben hochrangige Funktionäre wurden wegen Korruptionsverdachts festgenommen, darunter zwei FIFA-Vizepräsidenten. Sie warten auf ihre Auslieferung in die USA.

Zudem werden die WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022) wegen "Unregelmäßigkeiten" von der Schweizer Bundesanwaltschaft überprüft.

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