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FIFA-Boss Sepp Blatter bleibt lieber in der Schweiz
Sepp Blatter ist möglicherweise doch im Visier der US-Justiz © Getty Images

Der Schweizer Strafrechtsprofessor und ehemalige Korruptions-Bekämpfer im Fußball-Weltverband FIFA, Mark Pieth, hält Ermittlungen gegen FIFA-Präsident Joseph S. Blatter nicht für völlig ausgeschlossen.

"Er steht in dieser Anklageschrift (der US-Behörden, d. Red) nicht drin", sagte Pieth in der SRF-Tagesschau am Samstagabend: "Es ist aber nicht völlig auszuschließen, dass die FIFA als Institution in dieses Recht gefasst wird."

Die 161-seitige Anklageschrift der US-Staatsanwaltschaft (New York, Distrikt Ost) bezieht sich auf 14 Personen, darunter neun FIFA-Offizielle. Sieben davon wurden am vergangenen Mittwoch in Zürich festgenommen.

"Es wird ein wenig angedeutet, dass man unter dem Stichwort 'Racketeering' (kriminelle Organisation, d. Red) auf die CONCACAF (Kontinentalverband Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik) und vielleicht sogar auf die FIFA losgehen könnte", sagte Pieth: "Und dann ist es natürlich möglich, dass der Chef ins Visier gerät."

Blatter hatte am Samstag erneut bekräftigt, dass die Verantwortlichen für den Skandal, der die FIFA schwer erschüttert hatte, "Einzeltäter" gewesen seien.

Er selbst sei nicht angeklagt und habe von den vermeintlichen Verbrechen in seinem Weltverband nichts gewusst.

Die Zusammensetzung des FIFA-Exekutivkomitees, der Regierung des Weltfußballs, erfolgt über die sechs Konföderationen. Blatter selbst hat nur bedingt Einfluss, welche Mitglieder ins Exko berufen werden.

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