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Arturo Vidal (M.) während der Gerichtsverhandlung in Santiago de Chile © Getty Images

Rio de Janeiro und Santiago de Chile - Arturo Vidal ist nach seinem Alkoholunfall wieder auf freiem Fuß, muss aber Auflagen erfüllen. Vidals Mitspieler hoffen, dass der Mittelfeldstar weiter bei der Copa América für Chile spielen darf.

Von Martina Farmbauer

Arturo Vidal ist nach seinem Autounfall wieder auf freiem Fuß. Ein Richter entließ den Star von Juventus Turin am Mittwoch aus dem Polizeigewahrsam, allerdings wurde Vidal die Fahrerlaubnis entzogen.

Das Gericht in Santiago de Chile legte Vidal allerdings auf, dass er bis zum endgültige Urteil einmal im Monat beim chilenischen Konsulat in Mailand vorstellig werden muss. Die Frist beträgt 120 Tage.

Vidal war am Dienstagabend mit seinem Sportwagen mit zwei Autos kollidiert, sein Ferrari wurde schwer beschädigt. Der Mittelfeldabräumer der chilenischen Nationalmannschaft, der derzeit mit Chile bei der Copa America antritt, seine Frau und die anderen Beteiligten kamen aber glimpflich davon.

Später stellte sich dann jedoch heraus, dass die Sache doch etwas komplizierter ist, als zunächst angenommen. Bei einer Untersuchung im Krankenhaus wurde Alkohol in Vidals Blut festgestellt. Inoffiziellen Angaben zufolge wurde bei Vidal ein Alkoholwert von 1,4 Promille festgestellt, er soll mit 160 Kilometer in der Stunde unterwegs gewesen sein.

Vidal veröffentlichte nach dem Crash eine kurze Nachricht an seine Fans bei YouTube: "Ich hatte heute einen Unfall, es war nicht meine Schuld. Mir geht es gut, meiner Familie geht es gut. Danke für alles." In dem roten Sportwagen saß auch Vidals Frau, die laut Polizeiangaben leichte Verletzungen erlitt, Vidal selbst überstand den Unfall ebenfalls mit leichten Blessuren.

Chiles Justizminister Javiera Blanco erklärte das Vorgehen des Gerichts: "Es gab keine Flucht und auch keine schweren Verletzungen. Ein gerechtes Recht ist kein hartes Recht. Es sind die gleiche Gesetzgebung und der gleiche Strafenkatalog, die für alle Chilenen gelten."

Der chilenische Fußballverband könnte Vidal von Spielen der Nationalmannschaft ausschließen, nach Artikel 60 der Statuten des Verbandes könnte er für 50 Spiele gesperrt werden und 50 Prozent seiner Prämie für die Teilnahme an der Copa América verlieren.

Der Verband hatte seine Pressekonferenz, die für diesen Mittwoch geplant war, abgesagt. Trainer Jorge Sampaoli und der Präsident des chilenischen Fußballverbandes hatten sich an dessen Sitz versammelt, um über die Zukunft Vidals zu entscheiden.

Das Training der Mannschaft fand wie geplant statt. Nach Informationen der chilenischen Zeitung "El Gráfico" haben die Nationalspieler Chiles den Unfall Vidals verurteilt, Sampaoli aber gebeten den Mittelfeldstar bei der Copa América weiter spielen zu lassen. Sampaoli sah von einer Suspendierung ab. "Ich denke, dass die Sache von einigen größer gemacht wurde, als sie ist", sagte Sampaoli.

Am Freitag kämpft Chile gegen Bolivien zum Abschluss der Gruppenphase um den Sieg in Gruppe A. Vidal traf in den ersten beiden Spielen dreimal und führt die Torjägerliste der Copa America.

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