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Domenico Scala ist Vorsitzender der Compliance-Kommission der FIFA
Domenico Scala ist Vorsitzender der Compliance-Kommission der FIFA © Getty Images

Sollte es Beweise für gekaufte Stimmen bei den WM-Vergaben nach Russland und Katar geben, hält ein ranghoher FIFA-Funktionär die Neuvergabe der Turniere für möglich.

Domenico Scala, Vorsitzender der Compliance-Kommission der FIFA, hält eine Neuvergabe der umstrittenen Weltmeisterschaften 2018 (Russland) und 2022 (Katar) nur bei handfesten Korruptionsbeweisen für möglich.

"Sollten Beweise dafür vorliegen, dass die Vergabe nach Katar und Russland nur dank gekaufter Stimmen zustande kam, dann könnte die Vergabe nichtig sein. Dieser Beweis wurde bisher nicht erbracht", sagte Scala der Schweizer Sonntagszeitung. Allerdings ist diese Aussage bereits 2013 einmal gefallen, und zwar von Scala selbst.

Im Zuge des FIFA-Skandals ermittelt die Schweizer Bundesanwaltschaft nach einer von der FIFA gestellten Strafanzeige gegen Unbekannt wegen "Unregelmäßigkeiten" bei der doppelten Vergabe.

Sieben Mitglieder des damaligen FIFA-Exekutivkomitees sind bereits in der Schweiz befragt worden. Angeblich beschäftigen sich inzwischen auch das FBI und die US-Staatsanwaltschaft mit den kommenden beiden Endrunden.

Beide Turniere waren in den vergangenen Jahren immer wieder in die Kritik geraten - Ausrichter Russland vor allem wegen des Ukraine-Konflikts, in dessen Folge auch deutsche Politiker einen Boykott oder den WM-Entzug gefordert hatten.

Katar steht wegen der teils katastrophalen Arbeitsbedingungen für ausländische Gastarbeiter massiv in der Kritik. Mehrere Hundert kamen bereits zu Tode.

Beide Länder hatten zuletzt bekräftigt, ihre Vorbereitungen trotz der FIFA-Krise wie geplant fortsetzen zu wollen.

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