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Leaders Meet: The Game Changers
Heather Rabbatts ist Direktorin der FA © Getty Images

England weitet seinen Boykott von Gremien des Fußball-Weltverbandes wegen der Wiederwahl des umstrittenen FIFA-Bosses Joseph S. Blatter (Schweiz) aus. FA-Direktorin Heather Rabbatts trat aus Protest gegen Blatter am Montag nach dreijähriger Mitarbeit aus der Anti-Diskriminierungs-Kommission der FIFA zurück.

Die Demission der 59 Jahre alten Rechtsanwältin bedeutet den zweiten freiwilligen Verzicht von Angehörigen des englischen Verbandes FA auf einen Platz in FIFA-Gremien binnen drei Tagen. Bereits am vergangenen Samstag hatte David Gill einen Tag nach seiner Aufnahme in die FIFA-Exekutive auf seinen Platz in der "Regierung des Weltfußballs" verzichtet.

"Die desaströsen Auswirkungen der jüngsten Ereignisse auf das Ansehen der FIFA wiegen schwerer als mein Wunsch nach einer Rolle bei der Entwicklung von Richtlinien in meinem bisherigen Tätigkeitsfeld", begründete Rabbatts in einem Brief an FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke (Frankreich) ihren Entschluss: "Für mich ist es inakzeptabel, dass sich in der FIFA so wenig bewegt hat. Durch die Wiederwahl von Präsident Blatter ist klar, dass die Herausforderungen für die FIFA und die Beschädigung des FIFA-Ansehens weiterhin die Glaubwürdigkeit jeder Arbeit zur Bekämpfung von Diskriminierung überschatten und untergraben wird."

Rabbbats, die in der FA einen von zwei Direktoren für unabhängige Personen bekleidet, arbeitete in dem FIFA-Gremium unter der Leitung vom bisherigen FIFA-Vizepräsident Jeffrey Web (Kaimaninseln). Der 50 Jahre alte Blatter-Günstling gehörte am vergangenen Mittwoch in Zürich zu den sieben auf US-Antrag wegen Korruptionsdelikten verhafteten Fußball-Funktionären und muss seine Auslieferung in die USA fürchten. Der Kontinentalverband CONCACAF (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik) setzte Webb noch am gleichen Tag als seinen Präsidenten ab.

Die FA wirbt seit der Enthüllung der langjährigen Bestechungen im FIFA-Dunstkreis in der vergangenen Woche bei den 52 anderen Mitgliedsverbänden des Europa-Verbandes UEFA offensiv für weitere Proteste gegen Blatters weitere Präsidentschaft. Zur Untermauerung ihrer Forderung nach einer grundlegenden Erneuerung der FIFA setzt sich die FA auch massiv für einen Boykott der nächsten WM-Endrunde 2018 in Russland ein. Allerdings findet das Fußball-Mutterland derzeit in der UEFA noch keine Mitstreiter für seine Initiative.

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