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Die Zentrale der FIFA liegt in Zürich
Die Zentrale der FIFA liegt in Zürich © Getty Images

Nach den Festnahmen von Top-Funktionären der FIFA fodern Parteien im Gemeinderat von Zürich eine sichtbare Distanzierung. Der Weltverband werde zum Risiko für die Stadt.

Der neuerliche Korruptionsskandal macht der FIFA buchstäblich auch vor der eigenen Haustüre in Zürich zu schaffen.

Wegen der Verhaftungen von Fußball-Funktionären in der Stadt und anschließenden Enthüllungen durch die US-Justiz forderten im Gemeinderat Parteien des regierenden Stadtrates und deren Vertreter konkrete wie symbolische Sanktionen zur Distanzierung vom größten internationalen Dachverband der Welt.

"Die FIFA wird zu einem immer größer werdenden Reputationsrisiko für die Stadt Zürich", ließ die Alternative Liste (AL) per Pressemitteilung verlauten und sprach weiter von einem "Schandfleck dieser Stadt".

Steuerlichen Vorzugsbehandlungen oder wie in der Vergangenheit auch baurechtliche Vergünstigungen sollten nach AL-Ansicht nicht mehr gewährt werden: "Diese scheingemeinnützige Organisation hat in unserer Stadt keinen Anspruch auf irgendwie geartete Sonderbehandlung."

Die sozialdemokratische Gemeinderätin Linda Bär von der größten Regierungspartei SP mahnte ebenfalls einen anderen Umgang der lokalen Institutionen mit der FIFA an: "Der Stadtrat soll sich distanzieren und die FIFA nicht mehr so hätscheln wie in der Vergangenheit."

Als sichtbares Zeichen dafür forderte Bär eine Umbenennung der FIFA-Straße und des FIFA-Platzes am prunkvollen Stammsitz des Weltverbandes auf dem Zürichberg.

 

Die Turbulenzen um die FIFA und ihren Schweizer Präsidenten Joseph S. Blatter sorgen im Stammland des Verbandes auch über Zürichs Grenzen hinaus für Diskussionsstoff.

Blatters Landsmann Jörg Schild vom Schweizer Nationalen Olympischen Komitee "Swiss Olympic" legte seinem Amtskollegen vor dem Hintergrund der immer größeren Verwerfungen im Verband trotz der gerade erst erfolgten Wiederwahl zum Abgang.

"In einem Betrieb und nach so vielen Jahren mit gleichen Leuten gäbe es sehr wahrscheinlich nur eines: Man müsste die ganze Führungsequipe auswechseln und unbelasteten Leuten eine Chance geben", sagte Schild im SRF-Radio.

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