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Sepp Blatter ist seit 1998 FIFA-Präsident
Sepp Blatter ist seit 1998 FIFA-Präsident © Getty Images

Erstmals nach der Ankündigung seines Rückzugs als FIFA-Präsident ist Sepp Blatter in der Öffentlichkeit aufgetreten.

Bei einem Termin auf der Baustelle des zukünftigen FIFA-Museums sorgte der Schweizer dabei mit einigen Andeutungen über seine Zukunft für Verwirrung.

"Ich bin nicht zurückgetreten, sondern stelle mein Mandat an einem außerordentlichen Kongress zur Verfügung", stellte er in der Schweizer Blick klar.

Zuvor hatte er in seiner Rede erklärt: "'Gebt mir ein Museum und ich werde es füllen', sagte der große Pablo Picasso. Ich verspreche Ihnen das Gleiche, besitze aber einen entscheidenden Vorteil: Ich muss nicht zu Pinsel und Leinwand greifen, um unser Fifa-Museum zu füllen."

Blatter weiter: "Auch für mich persönlich ist das Museum eine Herzensangelegenheit. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich bin weder reif für das Museum noch fürs Wachsfigurenkabinett!"

Der 79-Jährige genoss den Applaus des Publikums und nutzte die Gelegenheit, sich mit einem großen Spielmacher zu vergleichen: "Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten. Oder mit anderen Worten: Der Ball ist rund - aber nur, wer aus der Tiefe des Raumes kommt, kennt die eigentlichen Dimensionen unseres Sports. Nicht wahr, Günter Netzer?"

Bis zum außerordentlichen FIFA-Kongress (wahrscheinlich im Dezember 2015) bleibt Blatter offiziell im Amt und will sich laut eigener Aussage um tiefgreifende Reformen bemühen.

Im Zuge des "FIFA-Bebens" Ende Mai mit Festnahmen und FBI-Ermittlungen steht der Weltverband weltweit massiv in der Kritik, Blatter hatte am 2. Juni die Konsequenzen gezogen und das Ende seiner Ära bei der FIFA angekündigt.

In den vergangenen Tagen waren allerdings Gerüchte aufgekommen, der Schweizer würde nun doch einen Rücktritt vom Rücktritt erwägen - was die Kritik nur noch vergrößerte.

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