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Seit 1998 stand Sepp Blatter an der Spitze. Nun tritt der FIFA-Präsident zurück. Das war seine Rücktrittsrede im Wortlaut:

"Ich habe viel über meine Präsidentschaft nachgedacht - und über die vierzig Jahre, seit denen mein Leben untrennbar mit der FIFA und dem großartigen Fußballsport verbunden ist. Ich schätze die FIFA mehr als alles andere, und ich möchte für die FIFA und den Fußball nur das Beste.

Ich sah mich gezwungen, mich wieder zur Wahl zu stellen, weil ich glaubte, dies sei für die Organisation das Beste. Die Wahl ist vorbei, aber die Herausforderungen für die FIFA nicht. Die FIFA muss gründlich überholt werden. Während ich ein Mandat von den Mitgliedern der FIFA habe, zweifle ich, ob auch die gesamte Fußballwelt - Fans, Spieler, Klubs und all die Menschen, die den Fußball leben, atmen und lieben wie wir alle bei der FIFA - hinter mir stehen. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, mein Amt bei einem außerordentlichen Wahlkongress niederzulegen.

Ich werde meine Aufgaben als FIFA-Präsident bis zu dieser Wahl ausüben. Der nächste ordentliche FIFA-Kongress findet am 13. Mai 2016 in Mexiko-Stadt statt. Um eine unnötige Verzögerung zu verhindern, werde ich das Exekutivkomitee auffordern, für die Wahl meines Nachfolgers zum nächstmöglichen Termin einen außerordentlichen Kongress einzuberufen. Wir müssen uns dabei an die FIFA-Statuten halten und genügend Zeit einplanen, damit sich die besten Kandidaten vorbereiten und präsentieren können. Da ich mich nicht mehr zur Wahl stellen und daher frei von allen Zwängen sein werde, die eine Wahl unvermeidlich mit sich bringt, kann ich die weitreichenden, grundlegenden Reformen vorantreiben, die unsere bisherigen Bemühungen widerspiegeln.

Seit Jahren arbeiten wir hart daran, administrative Reformen umzusetzen. Es ist mir klar, dass diese nicht genügen und weitergehen müssen. Dem Exekutivkomitee gehören Vertreter der Konföderationen an, über die wir keine Kontrolle haben, für deren Handeln die FIFA aber verantwortlich gemacht wird. Wir benötigen einen tiefgreifenden strukturellen Wandel. Die Größe des Exekutivkomitees muss verringert und seine Mitglieder sollten vom FIFA-Kongress gewählt werden.

Die Leumundsprüfungen für alle Exekutivkomitee-Mitglieder müssen zentral von der FIFA vorgenommen werden und nicht von den Konföderationen. Wir brauchen Amtszeitbeschränkungen nicht nur für den Präsidenten, sondern auch für alle Mitglieder des Exekutivkomitees. Ich habe schon früher für diese Änderungen gekämpft, aber meine Bemühungen wurden - wie jedermann weiß - blockiert. Dieses Mal werde ich Erfolg haben.

Ich kann das aber nicht alleine schaffen. Ich habe deshalb Domenico Scala gebeten, die Einführung und Umsetzung dieser und anderer Maßnahmen zu beaufsichtigen. Domenico Scala ist der unabhängige Vorsitzende unserer Audit- und Compliancekommission und vom FIFA-Kongress gewählt. Er ist ebenfalls Vorsitzender der Ad-hoc-Wahlkommission und wird als solcher die Wahl meines Nachfolgers beaufsichtigen.

Domenico Scala genießt das Vertrauen breiter Kreise inner- und außerhalb der FIFA und verfügt über die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen, um dabei zu helfen, diese wichtigen Reformen anzugehen. Aus meiner tiefen Sorge um die FIFA und ihres Wohls, das mir sehr am Herzen liegt, habe ich diese Entscheidung getroffen. Ich möchte ferner all denjenigen danken, die mich als FIFA-Präsident stets wohlwollend und loyal unterstützt und so viel für unseren geliebten Fußball getan haben. Wenn all dies vorüber ist, muss der Fußball der Sieger sein. Dies zählt mehr als alles andere für mich."

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