vergrößernverkleinern
FIFA-Boss Sepp Blatter bleibt lieber in der Schweiz
Der Druck auf die FIFA um ihren Präsidenten Sepp Blatter erhöht sich © Getty Images

Mit einem ebenso nachdrücklichen wie eindringlichen Appell hat sich Europäische Kommission im FIFA-Skandal in die Debatte über die Zukunft des kriselnden Fußball-Weltverbandes eingeschaltet.

"Die FIFA hatte genug Zeit und Möglichkeiten, um sich zu reformieren. Jetzt ist es Zeit für einen Wandel. Die Integrität des Fußballs steht auf dem Spiel", sagte Kommissionssprecherin Nathalie Vandystadt am Montag in Brüssel.

Aufgekommenen Forderungen nach einem Boykott der WM-Endrunde 2018 in Russland als Protest gegen korrupte Machenschaften bei der FIFA erteilte Vandystadt eine Absage: "Diese Option liegt nicht auf dem Tisch." Einen Kommentar zur Wiederwahl des umstrittenen FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter (Schweiz) lehnte die Sprecherin ab.

Im Interesse der vielen Fußball-Anhänger sei die FIFA aus Sicht der Kommission zu Veränderungen verpflichtet. "Millionen von Fans auf der ganzen Welt haben die Geduld schon verloren und verdienen etwas Besseres."

Die Kommission ist als Exekutiv-Organ der Europäischen Union (EU) auf verschiedenen Themenfeldern immer wieder Ansprechpartner von nationalen und internationalen Verbänden wie der FIFA.

In die Zuständigkeit der Kommission fallen beispielsweise Regelungen zu Beschränkungen für ausländische Aktive in den Profiligen der 28 Mitgliedsstaaten oder auch kartellrechtliche Aspekte beim Verkauf von Fernsehrechten in den nationalen Märkten der EU-Länder.

In der Vergangenheit führten die FIFA und auch der Europa-Verband UEFA mehrfach Verhandlungen mit der Kommission über die Anwendung des Bosman-Urteils von 1995.

Die Überwachung der Beachtung des historischen Beschlusses des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) in Luxemburg, der das Transfer-System revolutionär verändert hat, und die Sanktionierung von Verletzung des Urteils gehören zu den Aufgaben der Institution.

Für die Beachtung der von den Verbänden beanspruchten "Autonomie des Sports" möglicherweise auch gegen EU-Bestimmungen sind die Sport-Organisationen auf das Einverständnis der Kommission angewiesen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel