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Das FIFA Reformkommitee trifft sich am Wochenende in Bern
Die FIFA steht derzeit massiv in der Kritik © Getty Images

Der FIFA-Korruptionsskandal hat für das Ansehen der Schweiz als Sitz des Fußball-Weltverbandes nach Expertenmeinung massive Auswirkungen.

Da "die FIFA in der Weltöffentlichkeit als Schweizer Institution wahrgenommen wird, wird die unablässige Berichterstattung über den 'Fall FIFA' auch dem Auslandsgeschäft helvetischer Unternehmen schaden", schrieb der Schweizer Image- und Markenfachmann Markus Renner in einem Gastbeitrag für die Neue Zürcher Zeitung am Dienstag: "Schweizer Bevölkerung, Wirtschaft und Regierung haben durchaus Anlass zur Sorge - und ein vitales Interesse, diesen Zustand sobald wie möglich zu ändern."

Die Aussicht auf den Abgang von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter sieht der Gastprofessor der Henley Business School in England nicht als Grund für Hoffnung auf eine Korrektur des schon eingetretenen Imageschadens.

"Selbst wenn der Kapitän von Bord geht, das 'System Blatter' scheint bis in die letzten Kapillaren der Organisation verwurzelt. Es wird fundamentaler Reformen bedürfen, um den Augiasstall nachhaltig auszumisten", meinte Renner: "Der männlich-betagten Führungsclique um Joseph Blatter fehlte offenkundig jegliches Sensorium. Den an sich richtigen Leitspruch der FIFA 'Für das Spiel.

Für die Welt.' hat sie selbst ad absurdum geführt."

Schon vor Renners Aufsatz hatte in der Schweiz eine öffentliche Debatte über die Auswirkungen der Turbulenzen bei der FIFA auf das Image des Landes und der FIFA-Heimatstadt Zürich begonnen.

Dabei waren sogar die parlamentarischen Beratungen über ein neues Anti-Korruptions-Gesetz von den unmittelbar vorangegangenen Verhaftungen von sieben Spitzenfunktionären Ende Mai vor dem FIFA-Kongress in Zürich überschattet worden.

In Zürich forderten Vertreter der regierenden Parteien nachdrücklich sichtbare Distanzierungen der Stadt vom Verband wie die Umbenennung von nach der FIFA getauften Straßen und Plätzen.

Zudem verlangten Lokalpolitiker, der FIFA jegliche Sonderrechte besonders hinsichtlich ihrer steuerrechtlichen Einstufung zu streichen.

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