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München - BVB-Bos Hans-Joachim Watze freut sich über den Rücktritt von Sepp Blatter und kritisiert die UEFA. Deren Chef Platini nennt die Entscheidung "mutig". Reaktionen.

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat am Dienstagabend für einen Paukenschlag gesorgt und sein Amt zur Verfügung gestellt.

UEFA-Präsident Michel Platini begrüßte den Schritt des Schweizers. "Es war eine schwierige Entscheidung, eine mutige Entscheidung, und die richtige Entscheidung", sagte Platini.  Platini hatte Blatter vor dessen Wiederwahl am Freitag wiederholt erfolglos zum Rücktritt aufgefordert und gilt als der größte Kritiker des Schweizers.

SPORT1 hat die Reaktionen zum Rücktritt Blatters.

Franz Beckenbauer (DFB-Ehrenspielführer, zur Bild): "Es war eine vernünftige Entscheidung von Sepp Blatter. Der Druck wurde zu groß. Er wäre nie mehr zur Ruhe gekommen, ob er Schuld an den Skandalen trägt oder nicht. Das Problem der FIFA liegt in seinem System."

Wolfgang Niersbach (DFB-Präsident): "Die Entscheidung hat mich total überrascht, ist aber absolut richtig. Sie war irgendwo überfällig, denn ungeachtet des Wahlsiegs beim Kongress ist ja keine Ruhe eingekehrt. Und ein Aufbruch, den die FIFA dringend nötig braucht, ist nur mit einem neuen Mann an der Spitze möglich."

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund): "Die Entscheidung von Sepp Blatter ist sehr gut für den Fußball. Die Umstände haben mich allerdings überrascht: Wenn ich mich am Freitag wählen lasse, und am Dienstag fällt mir dann ein, dass ich zurücktrete - das habe ich auch noch nie erlebt. Ich hoffe, dass die Verbände daraus die entsprechenden Ableitungen ziehen. Wie die UEFA sich dargestellt hat, war auch nicht so, dass ich dachte: Wie großartig, dass der europäische Fußball so vertreten wird!"

Reinhard Rauball (DFL-Präsident): "Dies ist ein guter Tag für den Weltfußball. Sepp Blatter hat der FIFA mit seinem Rücktritt einen großen Dienst erwiesen. Alle, die für eine Reform der FIFA ernsthaft eingetreten sind, sind nun gefordert, mit konstruktiven Vorschlägen zur Einheit des Fußballs beizutragen. Glaubwürdigkeit und Transparenz müssen dabei an oberster Stelle stehen. Es gilt nun, möglichst schnell inhaltlich, strukturell und personell tragfähige Lösungen für die Zeit nach Sepp Blatter zu erarbeiten und auf den Tisch zu legen. Denn klar ist auch: Mit dem Rücktritt alleine sind noch lange nicht alle Probleme gelöst."
    
Thomas Bach (IOC-Präsident): "Wir respektieren diese Entscheidung von Präsident Blatter sehr, zurückzutreten und den Weg für eine neue FIFA-Führung freizumachen, die die nötigen Reformen einleitet."
    
Frank-Walter Steinmeier (Bundesaußenminister): "Ich habe gesagt: ein Neuanfang ist richtig. Und ich finde es gut, dass Sepp Blatter das mit seinem Rücktritt möglich gemacht hat. Die Diskrepanz zwischen den Funktionären und Fans war noch nie so groß wie jetzt. Dunkle Machenschaften und Geldgier auf der einen Seite, und Einsatz und Herzblut von Menschen, die sich gemeinnützig einsetzen, auf der anderen Seite."

Theo Zwanziger (ehemaliger Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, zum Spiegel): "Er erweist dem Fußball damit einen großen Dienst. Es ist ein guter Tag für den Fußball. Blatter wird gespürt haben, auf welch massive Proteste seine Wahl gestoßen ist. Das hat ihn kaum kalt gelassen."

Greg Dyke (Präsident des englischen Fußball-Verbandes FA): "Großartig für den Fußball."    

Niederländischer Fußball-Verband KNVB (bei Twitter): "Blatter tritt zurück! Dafür haben wird hart gekämpft."

Michael van Praag (KNVB-Vorsitzender und Ex-FIFA-Präsidentschaftskandidat): "Was für eine schöne Nachricht. Ich weiß noch nicht, ob ich noch einmal kandidiere. Am kommenden Wochenende nehme ich an der UEFA-Vorstandssitzung in Berlin teil. Danach denke ich über meine Zukunftspläne nach."    

Luis Figo (ehemaliger Weltfußballer, Ex-FIFA-Präsidentschaftskandidat, bei Facebook): "Ein guter Tag für die FIFA und für den Fußball. Der Wechsel kommt nun doch. Ich habe am Freitag gesagt, dass dieser Tag früher oder später kommen wird. Da ist er! Nun sollten wir - verantwortungsvoll und in aller Ruhe - einen weltweiten Konsens und eine Lösung finden, um eine neue dynamische, transparente und demokratische Ära in der FIFA zu beginnen."
    
Witali Mutko (Sportminister in Russland): "Es ist offensichtlich, dass er die FIFA schützen will und erwartet, dass die Reformen in der Organisation weitergeführt werden."

Gary Lineker (ehemaliger englischer Nationalspieler, bei Twitter): "Blatter ist zurückgetreten. Ich kann es noch gar nicht glauben." Und kurz darauf: "Vermisse Blatter bereits!"

Ralf Stegner (stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD, bei Twitter): "Sepp Blatter wirft das Handtuch. Geht doch. Was haben seine Verteidiger nicht alles herausposaunt in den letzten Tagen. Der Pate geht von Bord."

Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages): "Das ist eine große Erleichterung. Da fällt mir der erste kleine Stein von dem ganzen Gebirge vom Herzen. Das ist ein überfälliger Schritt. Spätestens wenn der Generalsekretär in Verdacht gerät, kann Blatter nicht mehr sagen, er weiß von nichts. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Jetzt braucht es profunde Reformen von Anfang an."

Özcan Mutlu (sportpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen): "Der Rücktritt war überfällig und ist eine Chance für den Neuanfang der FIFA. Jetzt müssen die Reformer alles auf den Kopf stellen. Dafür sind Strukturreformen unabdingbar! Neuanfang FIFA bedeutet auch Neuanfang in den Kontinentalverbänden, auch der UEFA. Aufklärung über die vergangenen Vergaben und Wahlen sind ebenso nötig. Wir fordern die Neuvergabe der Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 Qatar!"
    
Frank Steffel (CDU, MdB und Obmann im Sportausschuss): "Nach dem Rücktritt von Joseph Blatter ist nun endlich der Weg für einen Neuanfang bei der FIFA frei! Der Verband sollte sich nun die Zeit nehmen um sich grundlegend zu reformieren und um verlorengegangenes Vertrauen wieder zu bekommen. Ein neuer Mann an der Spitze allein reicht dazu nicht aus. Als Fußball-Fan hoffe ich darauf, dass die FIFA zu diesem Schritt bereit ist!"

Thomas de Maiziere (CDU, Bundesinnenminister): "Die Entscheidung von Sepp Blatter war richtig und notwendig. Im Fokus steht jetzt die dringend notwendige Aufklärung und das wird ein wahrhaft schwieriger Prozess für die FIFA. Der angekündigte Rücktritt muss jetzt von den Verantwortlichen genutzt werden, um die Strukturen FIFA-Strukturen grundlegend zu ändern. Wenn die Chance jetzt nicht genutzt wird, Verkrustungen aufzubrechen und Verfahren zu schaffen, die Transparenz garantieren und Vetternwirtschaft verhindern, bliebe der Rückzug von Blatter ein Muster ohne Wert. Zentrale Voraussetzung hierfür ist die Einigkeit zwischen den europäischen Verbänden."
    
Sylvia Schenk, (Leiterin der Arbeitsgruppe Sport bei Transparency International, bei Sky): "Der Rücktritt kam nicht völlig unverhofft. Ich hatte schon das Gefühl, er könnte sich wählen lassen und dann hinschmeißen. Er hat einen eleganten Weg gewählt. Es ist der Versuch, nochmal einen starken Abgang hinzulegen. Die FIFA kann umstruktiert werden , die Chance ist jetzt da. Jetzt müssen die, die Kritik geübt haben, konstruktiv mitarbeiten."

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