vergrößernverkleinern
UEFA-Präsident Michel Platini bei einer Rede
Michel Platini wünscht sich nachhaltiges Wachstum © Getty Images

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat ihr auch vor Gericht kritisiertes Finanzkrontroll-System modifiziert und gibt den Klubs am Rande der Roten Zahlen künftig die Möglichkeit einer Art "Selbstanzeige", die stärkeres Investment ermöglichen soll.

Im Rahmen des Financial Fair Play können die Vereine einer Strafe durch den Dachverband vorgreifen, wenn sie mit einer "freiwilligen Vereinbarung" proaktiv der Anhäufung von Schulden vorbeugen.

"Die neuen Regeln sollen das finanzielle Fair Play erweitern und stärken", sagte UEFA-Präsident Michel Platini: "Das übergeordnete Ziel bleibt unverändert und wir gehen von einer Zeit der Sparpolitik in eine Zeit über, in der wir mehr Möglichkeiten für nachhaltiges Wachstum und Entwicklung bieten können."

Das System, das bereits zu Millionenstrafen unter anderem für die Top-Klubs Manchester City und Paris St. Germain geführt hatte, war von Spielerberatern und auch Vereinen heftig kritisiert worden. In Belgien befasste sich ein Gericht mit dem Thema, es blieb jedoch ohne wirkliches Ergebnis.

Durch die Einschränkungen greife die UEFA unerlaubt in den freien Markt ein, so der Vorwurf. Der Verband sieht sich allerdings im Recht und seine Regeln vollumfänglich mit dem der Europäischen Union (EU) vereinbar.

Die europäischen Klub-Vereinigung ECA begrüßte die Modifizierung. "Das Financial Fair Play ist ein sehr wichtiges Mittel für die Vereine, um ihre wirtschaftliche Lage zu kontrollieren", sagte ECA-Chef Karl-Heinz Rummenigge, gleichzeitig Vorstandsboss von Meister Bayern München: "Die neue Version der Regel entspricht in perfekter Weise den Prinzipien des Financial Fair Plays, stärkt diese und entwickelt das System weiter. Deshalb ruft die ECA die Vereine dazu auf, das Financial Fair Play weiter zu unterstützen und sich im Rahmen der Regeln zu bewegen."

UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino betonte: "Wir waren immer überzeugt, dass die Regeln die richtigen sind für den jeweiligen Zeitpunkt, und wir sind es noch immer." Als positives Beispiel für die Sanierung im Fußball führte er Borussia Dortmund an.

Die neuen Regeln würden "Investoren ermutigen, in den Fußball zu investieren", sagte Infantino: "Wir wollen gute Investoren. Wir wollen keine Leute, die viel versprechen. Das hatten wir in mehreren Fällen in mehreren Ländern. Und dann sind die Klubs bankrott gegangen. Wir müssen auf die Stärke von FFP bauen und Investment weiter möglich machen."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel