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Papst Franziskus will keine Spenden vom südamerikanischen Verband
Papst Franziskus will keine Spenden vom südamerikanischen Verband © Getty Images

Der Vatikan hat wegen des FIFA-Skandals ein starkes Zeichen gegen die Geldgier von Topfunktionären des Weltverbandes gesetzt: Der Vatikan lässt bis auf Weiteres eine Kooperation mit Südamerikas ebenfalls ins Zwielicht geratenem Kontinentalverband CONMEBOL ruhen und verzichtet damit auf viel Geld.

Die Zusammenarbeit hätte dem vom argentinischen Papst Franziskus geförderten Südamerika-Hilfsprojekt Scholas pro Tor bei der Copa America in Chile 10.000 Dollar gebracht.

"Unter den gegebenen Umständen", schrieb der argentinische Kurienerzbischof Marcelo Sanchez an die CONMEBOL-Spitze mit Blick auf deren Verwicklung in die Schmiergeld-Affären, "habe ich entschieden, dass wir unsere Vereinbarung aussetzen, bis eine neue Situation entstanden ist. Bitte nehmen Sie Abstand davon, irgendwelche Zahlungsanweisungen für unser Projekt vorzunehmen."

Drei der Ende Mai insgesamt sieben in Zürich Verhafteten bekleiden Spitzenämter beim CONMEBOL. Der Urugayer Eugenio Figueredo, gleichzeitig FIFA-Vizepräsident, Brasiliens früherer Verbandschef Jose Maria Marin und Venezuelas Verbandschef Rafael Esquivel gehören dem Exekutivkomitee des Kontinentalverbandes an.

Zu den im Zusammenhang mit den FIFA-Ermittlungen von Interpol meistgesuchten Personen gehören außerdem aus Südamerika der frühere CONMEBOL-Boss Nicolas Leoz (Paraguay) sowie die Sportvermarktungs-Unternehmer Jose Margulies (Brasilien), Alejandro Burzaco, Hugo und Mariano Jinkins (alle Argentinien).

Das Abkommen zwischen dem Vatikan und CONMEBOL über die Scholas-Förderung war im vergangenen April im Rahmen einer Audienz einer mehrköpfigen CONMEBOL-Delegation bei Papst Franziskus geschlossen worden.

Zu den damaligen Verbandsvertreteern gehörte auch Esquivel.

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