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FIFA-Boss Sepp Blatter bleibt lieber in der Schweiz
FIFA-Boss Sepp Blatter bleibt lieber in der Schweiz © Getty Images

Vom Vielflieger zum Stubenhocker: FIFA-Präsident Joseph S. Blatter verzichtet wegen der internationalen Ermittlungen im Korruptionsskandal um den Weltverband vorerst weiter auf Reisen ins Ausland.

"Solange nicht alles abgeklärt ist, werde ich kein Reise-Risiko eingehen", sagte der 79-Jährige der Welt am Sonntag.

Einzig für die Auslosung der Qualifikationsspiele zur WM-Endrunde 2018 in Russland Ende Juli in Moskau kündigte Blatter eine Ausnahme an: "Dahin reise ich."

Keine Reisen seit dem Skandal

Seit Ausbruch des neuerlichen Korruptionsskandals mit der Verhaftung von sieben hochrangigen FIFA-Funktionären Ende Mai vor dem Verbandskongress in Zürich hat Blatter sein Heimatland nicht verlassen.

Seine ursprünglich geplante Reisen zur U20-WM im vergangenen Monat in Neuseeland sagte der FIFA-Chef, der bis Mai regelmäßig ins Ausland reiste, ebenso "aufgrund gegenwärtiger Verpflichtungen im FIFA-Hauptquartier" ab wie jüngst seinen Trip zum Finale der Frauen-WM in Kanada.

Nach Ansicht von Beobachtern könnten Blatters offizielle Begründungen für seine Abwesenheit bei den beiden WM-Turnieren allerdings nur vorgeschoben sein.

Laut anhaltenden Spekulationen fürchtet Blatter trotz seiner wiederholten Unschuldsbeteuerungen für den Fall einer Auslandsreise seine Verhaftung oder zumindest seine nicht minder spektakuläre Vernehmung zu den Vorwürfen der US-Justiz gegen seine FIFA-Kollegen.

Schweiz liefert nicht aus

In seinem Heimatland hingegen wäre Blatter sogar im Falle von Beweisen für seine Verwicklung in korrupte Geschäfte sicher: Die Schweiz liefert eigene Staatsbürger nicht an ausländische Behörden aus.

Ebenfalls keine Unannehmlichkeiten muss der FIFA-Präsident in Russland fürchten, denn die Russen sind nicht Mitglied des internationalen Auslieferungsabkommens und haben außerdem die US-Ermittlungen gegen den Fußball-Weltverband von Anfang an verurteilt.

Darüber hinaus zählt Blatter Russlands Staatspräsidenten Wladimir Putin seit der Vergabe der WM 2018 an Russland zu seinen persönlichen Freunden.

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