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FBL-FIFA-CORRUPTION-BLATTER
Der Hauptsitz der FIFA ist im schweizerischen Nyon © Getty Images

Die korrupten Machenschaften beim Weltverband FIFA wirken sich in Deutschland offenbar auch negativ auf das Sponsoren-Image aus.

Einer Online-Umfrage der Berliner Beratungsagentur prophet unter 1000 Bundesbürgern zufolge sehen auch fast zwei Monate nach Ausbruch des jüngsten Skandals immerhin noch 45 Prozent das Ansehen der FIFA-Werbepartner beschädigt.

Zwei von drei Befragten (67 Prozent) halten es sogar für möglich, dass auch Sponsoren auf wichtige Entscheidungen wie die Vergabe von WM-Endrunden Einfluss genommen haben.

"Die hohe mediale Aufmerksamkeit bei Fußballspielen soll eigentlich positiv auf das Image der Marke abfärben. Doch wenn die Betrachter dabei nur noch an den Korruptionsskandal denken, dann zahlt das Marketing auf die Negativseite des Wahrnehmungskontos ein", bewertete der Agentur-Partner Tobias Bärschneider die Ergebnisse der Umfrage.

Die größten FIFA-Sponsoren hatten Ende Mai nach der Verhaftung von zwei FIFA-Vizepräsidenten und fünf weiteren Verbandsfunktionären in Zürich eindringlich Reformen vom Weltverband gefordert. Einer der wichtigsten Werbepartner drohte sogar mit der Beendigung der Kooperation.

Zuletzt hatte Vorstandschef Herbert Hainer vom langjährigen FIFA-Sponsor adidas in einem Interview über die Folgen des Skandals vorgeschlagen, dass Präsident Wolfgang Niersbach vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Chef zur Europäischen Fußball-Union (UEFA) wechseln und der jetzige UEFA-Boss Michel Platini (Frankreich) bei der FIFA den umstrittenen Präsidenten Joseph S. Blatter (Schweiz) ablösen soll.

Eine große Mehrheit der Bundesbürger würde eine Änderung der Sponsoring-Strategien bei den FIFA-Partnern auch als Konsequenz aus dem Skandal begrüßen.

Gleich 78 Prozent raten den Unternehmen eine Ersetzung ihrer millionenschweren Engagements bei der FIFA für Großereignisse durch verstärkte Unterstützung von lokaler und sozialer Initiativen und Projekte. 

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